Antrag: | BDKJ gegen rechts – Aus christlicher Überzeugung gegen Faschismus und für Demokratie! |
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Antragsteller*in: | BDKJ Aachen |
Status: | Angenommen |
Eingereicht: | 11.04.2024, 11:38 |
Ä2 zu A3: BDKJ gegen rechts – Aus christlicher Überzeugung gegen Faschismus und für Demokratie!
Antragstext
Von Zeile 2 bis 3:
Extrem rechte und populistischerechtspopulistische Positionen und Handlungen kennzeichnet ihr Hass auf bestimmte Personengruppen und deren bewusste Ungleichbehandlung. Zu den
Situationsbeschreibung
Extrem rechte und populistischerechtspopulistische Positionen und Handlungen kennzeichnet ihr Hass
auf bestimmte Personengruppen und deren bewusste Ungleichbehandlung. Zu den
betroffenen Gruppen gehören beispielsweise (aber nicht ausschließlich) Menschen
mit internationaler Familiengeschichte, Frauen, queere Menschen, jüdische
Menschen und Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Rechte
Akteur*innen aus besonders christlich geprägten Kulturräumen sind zudem häufig
feindlich gegenüber Muslim*innen eingestellt.
Bedrohlich ist zudem, dass die extreme Rechte gezielt versucht, demokratische
Strukturen und Institutionen zu zerstören. Dies beinhaltet unter anderem
vermeintlich harmlose Demonstrationen, ebenso wie die Lähmung parlamentarischer
Arbeit oder die Ablehnung des Rechtsstaates und zeigt sich am deutlichsten in
der Planung gewaltvoller Umstürze mit Anschlägen auf gewählte Vertretungen und
marginalisierte Gruppen.
Besorgniserregend ist, dass diese Strategien Wirkung entfalten und sich im
Erstarken faschistischer Kräfte in Europa und weltweit zeigen.
Menschenfeindliche Positionen werden gesellschaftsfähiger, Personen und
Gruppierungen in Legislative, Exekutive und Judikative vertreten vermehrt extrem
rechte und populistische Ideologien.
Positionierung
Als christliche Jugendverbände stellen wir uns konsequent gegen extrem rechte
und populistische Positionen und Handlungen und setzen uns für eine vielfältige
und demokratische Gesellschaft ein. Die Unterstützung von demokratischen
Verfahren wie die Beteiligung an Wahlen ist für uns selbstverständlich.
Wir lehnen jede Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ab und fördern in
unserer Arbeit explizit marginalisierte Gruppen. Wir positionieren uns klar
gegen Demokratiefeindlichkeit und Autoritarismus und bekennen uns zur Wahrung
der Menschenrechte weltweit.
Wir verstehen uns als antifaschistisch: Wir stehen für eine demokratische,
gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft und Kirche ein und wenden uns
gegen jede Art der Ausgrenzung und Unterdrückung von Menschen. Diese
Grundhaltung geht einher mit unserem christlichen Glauben, aus dem heraus wir
alle Menschen als Gottes Ebenbilder betrachten, sowie mit unserer demokratischen
Grundüberzeugung, die die gleichberechtigte Teilhabe aller sowie die
unveräußerliche Würde des Menschen beinhaltet.
Zu dieser antifaschistischen Grundhaltung hat sich die Hauptversammlung 2022
innerhalb des Grundsatzprogramms des BDKJ bekannt.
Konsequenzen für die Arbeit des BDKJ
- Position beziehen
Wir beobachten rechte Vorfälle deutschland- und weltweit. Wir beziehen
öffentlich klar Position gegen derartige Vorfälle, solidarisieren uns mit
den Betroffenen und setzten uns nachdrücklich für Aufklärung und
Aufarbeitung ein. Wir nutzen unsere Kontakte, um auf die eindeutige
Abgrenzung von rechten Akteur*innen hinzuwirken. Hierzu haben wir bereits
Beschlüsse gefasst, die wir an dieser Stelle noch einmal bekräftigen.[1]
- Bildungsarbeit
Die BDKJ Bundesebene gestaltet ein Bildungsangebot für die Jugend- und
Mitgliedsverbände mit der Zielrichtung der praktischen Umsetzung dieser
antifaschistischen Grundhaltung.
- Vernetzung
Um das Thema Antifaschismus in allen Jugend- und Mitgliedverbänden weiter
auszugestalten, schafft die BDKJ Bundesebene ein Vernetzungsangebot, bei
dem good practice Beispiele vorgestellt und durch die Expertise der
anderen erweitert werden kann. Zudem vernetzt sich der BDKJ Vorstand mit
anderen antifaschistischen Organisationen und Gruppierungen, um eine
größere Schlagkraft zu entwickeln. Innerhalb dieser unterstützen wir
Projekte, die unsere demokratische Gesellschaft unterstützen, z.B. die
U18/ U16-Wahlen des DBJR.
- Wir wählen! NICHT die AfD
Mit der AfD ist eine rechtsextreme Partei einflussreich in der Politik
vertreten. Für uns ist die Wahl oder Unterstützung dieser Partei nicht
vereinbar mit unserer antifaschistischen Grundüberzeugung als katholische
Jugendverbandler*innen. Die Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Partei
wie der AfD sowie in ihr nahestehenden oder anderen rechtsextremen
Organisationen ist mit der Mitgliedschaft in unseren Verbänden
unvereinbar.
Forderungen an die Politik
Um unsere pluralistische und freiheitlich-demokratische Gesellschaft zu schützen
und gegen Angriffe von rechts zu verteidigen, fordern wir von der Politik:
- keine Finanzierung extrem rechter Parteien und Stiftungen
Parteien und Stiftungen, die diskriminierende und demokratiefeindliche
Grundüberzeugungen vertreten, dürfen nicht mit staatlichen Mitteln
unterstützt werden. Das im Grundgesetz verankerte Prinzip der wehrhaften
Demokratie muss umfassend genutzt werden, um unsere Demokratie gegen ihre
Feind*innen zu schützen. Wir fordern die demokratischen Parteien auf, sich
dafür einzusetzen, die staatlichen Zuwendungen an extrem rechte Parteien
und Stiftungen zu begrenzen und einzustellen. Deshalb begrüßen wir das
entsprechende Gesetz, das die Förderung von politischen Stiftungen an die
Verfassungstreue knüpft.
- umfassende Aufarbeitung von strukturellem Rassismus und Polizeigewalt
In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten konnte nachgewiesen werden, dass
in staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen struktureller
Rassismus existiert. Dieser führt zu alltäglicher Diskriminierung, zum
Beispiel von migrantisch gelesenen Menschen. Aus diesem Grund kommt es
immer wieder auch zu gewaltsamen Übergriffen durch Polizist*innen. Wir
solidarisieren uns mit den Betroffenen von strukturellem Rassismus und
Polizeigewalt. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung dieser Strukturen
und Vorfälle.
- konsequente Verfolgung rechter Übergriffe und Gewalttaten
Mit großer Sorge nehmen wir die steigenden Zahlen extrem rechter
Übergriffe und Gewalttaten wahr. Ihnen liegen unterschiedliche
Motivationen zugrunde (Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit,
Antifeminismus etc.). Die Vorfälle haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie
treffen Minderheiten, die wir als Gesellschaft besser schützen müssen. Wir
fordern daher, diese Übergriffe und Gewalttaten, auch im Internet,
konsequent zu verfolgen und ihnen präventiv entgegenzuwirken. Dazu gehört
auch, sie nicht als Einzelfälle abzutun.
- Verstetigung der Finanzierung von Projekten zur Demokratieförderung
Es gibt viele gute zivilgesellschaftliche Projekte zur
Demokratieförderung. Häufig stehen diese jedoch auf einer prekären
finanziellen Grundlage und bekommen lediglich zeitlich befristete
Projektfinanzierungen. Wir fordern, die Finanzierung dieser Projekte auf
eine solide und langfristige Basis zu stellen. Dafür muss das von der
Bundesregierung geplante Demokratiefördergesetz zügig beschlossen und
umgesetzt werden. Auf eine „Extremismusklausel“, die die Projekte unter
Generalverdacht stellt, muss dabei verzichtet werden.
- Zurückdrängen extrem rechter und populistischer Positionen
Extrem rechte und populistische Positionen verbreiten sich zunehmend in
der politischen Debatte. Beispiele dafür sind die Auseinandersetzung um
die europäische Abschottungspolitik gegen Migrant*innen oder Angriffe auf
queere Lebenswelten. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich aktiv
dafür einzusetzen, extreme und populistische Positionen aus ihren eigenen
Strukturen und aus der Politik insgesamt zurückzudrängen.
- Ende der Kriminalisierung von gewaltfrei agierenden Antifaschist*innen
Wir nehmen war, dass die Repressionen gegenüber gewaltfreiem,
antifaschistischem Aktivismus durch staatliche Institutionen deutlich
zunehmen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass Menschen durch
Einschüchterung daran gehindert werden, ihre antifaschistische
Grundhaltung klar zu benennen und aktiv zu werden. Wir fordern ein Ende
von Repressionen gegenüber gewaltfrei agierenden Aktivist*innen und
gegenüber deren Vernetzung. Es muss gefahrlose Möglichkeiten geben,
weiterhin unsere Demokratie durch zivilgesellschaftliches Engagement zu
schützen.
Forderungen an die katholische Kirche
Als katholischer Jugendverband fordern wir von der katholischen Kirche:
- Reform und Aufarbeitung
Die Strukturen der katholischen Kirche weisen zahlreiche diskriminierende
Bestandteile auf, insbesondere im Hinblick auf Frauen- und
Queerfeindlichkeit, aber auch im Hinblick auf strukturellen Rassismus,
Antisemitismus und Antijudaismus. Wir fordern die Verantwortlichen in der
Kirche auf, gegen diese Strukturen vorzugehen und sie zu reformieren.
Darüber hinaus muss bereits geschehenes Unrecht, auch aus dem Kontext der
kolonialistischen Missionsarbeit, aufgearbeitet werden.
- Stellung beziehen als moralische Instanz
Die katholische Kirche hat als moralische Instanz einen großen Einfluss
auf ihre Mitglieder und in die Gesellschaft und Politik hinein. Wir
fordern die Verantwortlichen in der Kirche auf, aus der christlichen
Überzeugung heraus immer wieder klar Stellung gegen die extreme Rechte zu
beziehen.
- Distanzierung von Demonstrationen und Veranstaltungen, bei denen extrem
rechte Aktivist*innen involviert sind
Immer wieder nutzen extrem rechte Aktivist*innen Demonstrationen und
Veranstaltungen, um in weiteren gesellschaftlichen Kreisen anschlussfähig
zu werden. Dies geschieht auch bei religiös motivierten Veranstaltungen,
wie z.B. dem sogenannten „Marsch fürs Leben“. Wir fordern von den
Verantwortlichen in der Kirche, sich klar von Demonstrationen und
Veranstaltungen zu distanzieren, bei denen extrem rechte Aktivist*innen
beteiligt sind oder ohne Widerstand der Organisator*innen teilnehmen
können. Hier gilt es deutlich zu machen, dass der christliche Glaube nicht
für die Verbreitung rechter Ideologie missbraucht werden darf.
- Verbindungen zwischen fundamentalistischen Christ*innen und der extremen
Rechten benennen und bekämpfen
In ihrem Kampf gegen unsere demokratische und pluralistische Gesellschaft
und gegen liberale Christ*innen bilden fundamentalistische Christ*innen
und Akteur*innen der extremen Rechten häufig enge Allianzen. Einige
Akteur*innen sind Teil beider Milieus. Wir fordern von den
Verantwortlichen in der Kirche, diese Problematik, neben Problemen mit
fundamentalistischen Christ*innen an sich, klar zu benennen, sich von den
beteiligten Akteur*innen zu distanzieren und sie nach Möglichkeit aus den
kirchlichen Strukturen auszuschließen.
Wir setzen uns nachdrücklich ein für eine Gesellschaft und für eine Kirche frei
von Diskriminierung. Wir kämpfen gegen rechte Ideologien und Handlungen. Wir
sind antifaschistisch.
[1]"Wir widersprechen, weil wir glauben!” - Beschluss der BDKJ-
Hauptversammlungen 2016 und 2020
Von Zeile 2 bis 3:
Extrem rechte und populistischerechtspopulistische Positionen und Handlungen kennzeichnet ihr Hass auf bestimmte Personengruppen und deren bewusste Ungleichbehandlung. Zu den
Situationsbeschreibung
Extrem rechte und populistischerechtspopulistische Positionen und Handlungen kennzeichnet ihr Hass
auf bestimmte Personengruppen und deren bewusste Ungleichbehandlung. Zu den
betroffenen Gruppen gehören beispielsweise (aber nicht ausschließlich) Menschen
mit internationaler Familiengeschichte, Frauen, queere Menschen, jüdische
Menschen und Menschen mit körperlichen und geistigen Behinderungen. Rechte
Akteur*innen aus besonders christlich geprägten Kulturräumen sind zudem häufig
feindlich gegenüber Muslim*innen eingestellt.
Bedrohlich ist zudem, dass die extreme Rechte gezielt versucht, demokratische
Strukturen und Institutionen zu zerstören. Dies beinhaltet unter anderem
vermeintlich harmlose Demonstrationen, ebenso wie die Lähmung parlamentarischer
Arbeit oder die Ablehnung des Rechtsstaates und zeigt sich am deutlichsten in
der Planung gewaltvoller Umstürze mit Anschlägen auf gewählte Vertretungen und
marginalisierte Gruppen.
Besorgniserregend ist, dass diese Strategien Wirkung entfalten und sich im
Erstarken faschistischer Kräfte in Europa und weltweit zeigen.
Menschenfeindliche Positionen werden gesellschaftsfähiger, Personen und
Gruppierungen in Legislative, Exekutive und Judikative vertreten vermehrt extrem
rechte und populistische Ideologien.
Positionierung
Als christliche Jugendverbände stellen wir uns konsequent gegen extrem rechte
und populistische Positionen und Handlungen und setzen uns für eine vielfältige
und demokratische Gesellschaft ein. Die Unterstützung von demokratischen
Verfahren wie die Beteiligung an Wahlen ist für uns selbstverständlich.
Wir lehnen jede Art von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit ab und fördern in
unserer Arbeit explizit marginalisierte Gruppen. Wir positionieren uns klar
gegen Demokratiefeindlichkeit und Autoritarismus und bekennen uns zur Wahrung
der Menschenrechte weltweit.
Wir verstehen uns als antifaschistisch: Wir stehen für eine demokratische,
gleichberechtigte und solidarische Gesellschaft und Kirche ein und wenden uns
gegen jede Art der Ausgrenzung und Unterdrückung von Menschen. Diese
Grundhaltung geht einher mit unserem christlichen Glauben, aus dem heraus wir
alle Menschen als Gottes Ebenbilder betrachten, sowie mit unserer demokratischen
Grundüberzeugung, die die gleichberechtigte Teilhabe aller sowie die
unveräußerliche Würde des Menschen beinhaltet.
Zu dieser antifaschistischen Grundhaltung hat sich die Hauptversammlung 2022
innerhalb des Grundsatzprogramms des BDKJ bekannt.
Konsequenzen für die Arbeit des BDKJ
- Position beziehen
Wir beobachten rechte Vorfälle deutschland- und weltweit. Wir beziehen
öffentlich klar Position gegen derartige Vorfälle, solidarisieren uns mit
den Betroffenen und setzten uns nachdrücklich für Aufklärung und
Aufarbeitung ein. Wir nutzen unsere Kontakte, um auf die eindeutige
Abgrenzung von rechten Akteur*innen hinzuwirken. Hierzu haben wir bereits
Beschlüsse gefasst, die wir an dieser Stelle noch einmal bekräftigen.[1]
- Bildungsarbeit
Die BDKJ Bundesebene gestaltet ein Bildungsangebot für die Jugend- und
Mitgliedsverbände mit der Zielrichtung der praktischen Umsetzung dieser
antifaschistischen Grundhaltung.
- Vernetzung
Um das Thema Antifaschismus in allen Jugend- und Mitgliedverbänden weiter
auszugestalten, schafft die BDKJ Bundesebene ein Vernetzungsangebot, bei
dem good practice Beispiele vorgestellt und durch die Expertise der
anderen erweitert werden kann. Zudem vernetzt sich der BDKJ Vorstand mit
anderen antifaschistischen Organisationen und Gruppierungen, um eine
größere Schlagkraft zu entwickeln. Innerhalb dieser unterstützen wir
Projekte, die unsere demokratische Gesellschaft unterstützen, z.B. die
U18/ U16-Wahlen des DBJR.
- Wir wählen! NICHT die AfD
Mit der AfD ist eine rechtsextreme Partei einflussreich in der Politik
vertreten. Für uns ist die Wahl oder Unterstützung dieser Partei nicht
vereinbar mit unserer antifaschistischen Grundüberzeugung als katholische
Jugendverbandler*innen. Die Mitgliedschaft in einer rechtsextremen Partei
wie der AfD sowie in ihr nahestehenden oder anderen rechtsextremen
Organisationen ist mit der Mitgliedschaft in unseren Verbänden
unvereinbar.
Forderungen an die Politik
Um unsere pluralistische und freiheitlich-demokratische Gesellschaft zu schützen
und gegen Angriffe von rechts zu verteidigen, fordern wir von der Politik:
- keine Finanzierung extrem rechter Parteien und Stiftungen
Parteien und Stiftungen, die diskriminierende und demokratiefeindliche
Grundüberzeugungen vertreten, dürfen nicht mit staatlichen Mitteln
unterstützt werden. Das im Grundgesetz verankerte Prinzip der wehrhaften
Demokratie muss umfassend genutzt werden, um unsere Demokratie gegen ihre
Feind*innen zu schützen. Wir fordern die demokratischen Parteien auf, sich
dafür einzusetzen, die staatlichen Zuwendungen an extrem rechte Parteien
und Stiftungen zu begrenzen und einzustellen. Deshalb begrüßen wir das
entsprechende Gesetz, das die Förderung von politischen Stiftungen an die
Verfassungstreue knüpft.
- umfassende Aufarbeitung von strukturellem Rassismus und Polizeigewalt
In mehreren wissenschaftlichen Arbeiten konnte nachgewiesen werden, dass
in staatlichen und gesellschaftlichen Institutionen struktureller
Rassismus existiert. Dieser führt zu alltäglicher Diskriminierung, zum
Beispiel von migrantisch gelesenen Menschen. Aus diesem Grund kommt es
immer wieder auch zu gewaltsamen Übergriffen durch Polizist*innen. Wir
solidarisieren uns mit den Betroffenen von strukturellem Rassismus und
Polizeigewalt. Wir fordern eine umfassende Aufarbeitung dieser Strukturen
und Vorfälle.
- konsequente Verfolgung rechter Übergriffe und Gewalttaten
Mit großer Sorge nehmen wir die steigenden Zahlen extrem rechter
Übergriffe und Gewalttaten wahr. Ihnen liegen unterschiedliche
Motivationen zugrunde (Rassismus, Antisemitismus, Queerfeindlichkeit,
Antifeminismus etc.). Die Vorfälle haben jedoch eine Gemeinsamkeit: Sie
treffen Minderheiten, die wir als Gesellschaft besser schützen müssen. Wir
fordern daher, diese Übergriffe und Gewalttaten, auch im Internet,
konsequent zu verfolgen und ihnen präventiv entgegenzuwirken. Dazu gehört
auch, sie nicht als Einzelfälle abzutun.
- Verstetigung der Finanzierung von Projekten zur Demokratieförderung
Es gibt viele gute zivilgesellschaftliche Projekte zur
Demokratieförderung. Häufig stehen diese jedoch auf einer prekären
finanziellen Grundlage und bekommen lediglich zeitlich befristete
Projektfinanzierungen. Wir fordern, die Finanzierung dieser Projekte auf
eine solide und langfristige Basis zu stellen. Dafür muss das von der
Bundesregierung geplante Demokratiefördergesetz zügig beschlossen und
umgesetzt werden. Auf eine „Extremismusklausel“, die die Projekte unter
Generalverdacht stellt, muss dabei verzichtet werden.
- Zurückdrängen extrem rechter und populistischer Positionen
Extrem rechte und populistische Positionen verbreiten sich zunehmend in
der politischen Debatte. Beispiele dafür sind die Auseinandersetzung um
die europäische Abschottungspolitik gegen Migrant*innen oder Angriffe auf
queere Lebenswelten. Wir fordern alle politischen Parteien auf, sich aktiv
dafür einzusetzen, extreme und populistische Positionen aus ihren eigenen
Strukturen und aus der Politik insgesamt zurückzudrängen.
- Ende der Kriminalisierung von gewaltfrei agierenden Antifaschist*innen
Wir nehmen war, dass die Repressionen gegenüber gewaltfreiem,
antifaschistischem Aktivismus durch staatliche Institutionen deutlich
zunehmen. Dies trägt maßgeblich dazu bei, dass Menschen durch
Einschüchterung daran gehindert werden, ihre antifaschistische
Grundhaltung klar zu benennen und aktiv zu werden. Wir fordern ein Ende
von Repressionen gegenüber gewaltfrei agierenden Aktivist*innen und
gegenüber deren Vernetzung. Es muss gefahrlose Möglichkeiten geben,
weiterhin unsere Demokratie durch zivilgesellschaftliches Engagement zu
schützen.
Forderungen an die katholische Kirche
Als katholischer Jugendverband fordern wir von der katholischen Kirche:
- Reform und Aufarbeitung
Die Strukturen der katholischen Kirche weisen zahlreiche diskriminierende
Bestandteile auf, insbesondere im Hinblick auf Frauen- und
Queerfeindlichkeit, aber auch im Hinblick auf strukturellen Rassismus,
Antisemitismus und Antijudaismus. Wir fordern die Verantwortlichen in der
Kirche auf, gegen diese Strukturen vorzugehen und sie zu reformieren.
Darüber hinaus muss bereits geschehenes Unrecht, auch aus dem Kontext der
kolonialistischen Missionsarbeit, aufgearbeitet werden.
- Stellung beziehen als moralische Instanz
Die katholische Kirche hat als moralische Instanz einen großen Einfluss
auf ihre Mitglieder und in die Gesellschaft und Politik hinein. Wir
fordern die Verantwortlichen in der Kirche auf, aus der christlichen
Überzeugung heraus immer wieder klar Stellung gegen die extreme Rechte zu
beziehen.
- Distanzierung von Demonstrationen und Veranstaltungen, bei denen extrem
rechte Aktivist*innen involviert sind
Immer wieder nutzen extrem rechte Aktivist*innen Demonstrationen und
Veranstaltungen, um in weiteren gesellschaftlichen Kreisen anschlussfähig
zu werden. Dies geschieht auch bei religiös motivierten Veranstaltungen,
wie z.B. dem sogenannten „Marsch fürs Leben“. Wir fordern von den
Verantwortlichen in der Kirche, sich klar von Demonstrationen und
Veranstaltungen zu distanzieren, bei denen extrem rechte Aktivist*innen
beteiligt sind oder ohne Widerstand der Organisator*innen teilnehmen
können. Hier gilt es deutlich zu machen, dass der christliche Glaube nicht
für die Verbreitung rechter Ideologie missbraucht werden darf.
- Verbindungen zwischen fundamentalistischen Christ*innen und der extremen
Rechten benennen und bekämpfen
In ihrem Kampf gegen unsere demokratische und pluralistische Gesellschaft
und gegen liberale Christ*innen bilden fundamentalistische Christ*innen
und Akteur*innen der extremen Rechten häufig enge Allianzen. Einige
Akteur*innen sind Teil beider Milieus. Wir fordern von den
Verantwortlichen in der Kirche, diese Problematik, neben Problemen mit
fundamentalistischen Christ*innen an sich, klar zu benennen, sich von den
beteiligten Akteur*innen zu distanzieren und sie nach Möglichkeit aus den
kirchlichen Strukturen auszuschließen.
Wir setzen uns nachdrücklich ein für eine Gesellschaft und für eine Kirche frei
von Diskriminierung. Wir kämpfen gegen rechte Ideologien und Handlungen. Wir
sind antifaschistisch.
[1]"Wir widersprechen, weil wir glauben!” - Beschluss der BDKJ-
Hauptversammlungen 2016 und 2020