Veranstaltung: | Rechenschaftsbericht des BDKJ-Bundesvorstands 2024 |
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Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 02.04.2024, 18:40 |
B II.2: Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Internationale Gerechtigkeit
Text
Das Referat für Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Internationale
Gerechtigkeit wird von Lena Wallraff mit einem Stellenumfang von 100 Prozent
besetzt. Das Referat wird u.a. durch MISEREOR refinanziert. Andreas Schmitz
arbeitet als Sekretär mit dem Referat zusammen. Die Stelleninhaberin
verantwortet die strategische Beratung des BDKJ-Bundesverbandes zu
entwicklungspolitischen Fragestellungen und die Interessenvertretung des BDKJ in
Gremien und Organisationen.
Das Engagement des BDKJ für öko-fairen Konsum hat eine lange Tradition. Neben
der Website www.KritischerKonsum.de informiert auch der Instagram-Kanal
@KritischerKonsum zu Themen des Kritischen Konsums, Fairen Handels und
Klimagerechtigkeit. Das passiert sowohl mit Hintergrundinfos als auch mit
praktischen Tipps. Hierfür ist Thomas Gies als Werkstudent verantwortlich. Der
Stellenanteil von Thomas Gies wird über das Projekt Denkfabrik FAIR finanziert.
Mit dem Instagram Kanal @kritischerkonsum, kann die Zielgruppe gut erreicht
werden und wir konnten unsere Sichtbarkeit als Organisation im Bereich des
Fairen Handels weiter ausbauen und schnell auf aktuelle Entwicklungen reagieren.
Im Berichtszeitraum wurden vermehrt Kooperationen mit Jugendverbänden des BDKJ
sowie Partnerorganisationen wie der GEPA gesetzt. Das Ziel ist eine
Spezialisierung des Kanals genau auf die eigene Zielgruppe.
Im nächsten Jahr steht der weitere Ausbau der Follower*innen sowie ein Update
der Website im Fokus der Aktivität. Zudem arbeiten wir an einem Folgeantrag, um
die Finanzierung und die Tätigkeit im Kritischen Konsum abzusichern.
Die Denkfabrik FAIR ist das aktuelle Bildungsprojekt zum Fairen Handel. Es wird
mit den Kooperationspartner*innen MISEREOR, Fairtrade Deutschland sowie der aej
durchgeführt. Finanziell gefördert wird das Bildungsprojekt darüber hinaus über
Engagement Global. Nach der erfolgreichen Denkfabrik FAIR I im März 2023, musste
das zweite Seminar − die Denkfabrik FAIR II − aufgrund zu geringer
Teilnehmer*innenzahlen leider abgesagt werden. Alternativ wurde am 25.10.2023
ein Nachmittagsworkshop bei Fairtrade Deutschland in Köln durchgeführt. Die
Teilnehmer*innen haben sich mit einer externen Referentin mit dem Thema
Dekolonialität und dem Fairen Handel auseinandergesetzt. Darüber hinaus laufen
die Tätigkeiten im Kritischen Konsum über die finanziellen Anträge dieses
Projekts (siehe Berichtsteil zum Kritischen Konsum).
Die Projektidee werten wir grundsätzlich als gelungen. Die Absagen und
Verschiebungen aufgrund zu geringer Teilnehmer*innenzahlen zeigen jedoch, dass
Projekte neu gedacht werden müssen und bei den Jugend- und Diözesanverbänden
nicht das Interesse wecken konnten. Das Thema Dekolonialität stieß auf großes
Interesse.
Nun gilt es das angepasste Projekt gut zum Abschluss zu bringen. Bis April 2024
wird ein neuer Projektplan unter Einbezug des EPA erarbeitet. Dazu wird an einem
Antrag für ein Folgeprojekt gearbeitet, welches bis Juni aufgrund von
Förderfristen konzipiert sein muss. Ziel muss es sein, dass die Jugend- und
Diözesanverbände den Fairen Handel weiter als ein wichtiges Thema betrachten und
sich an den Maßnahmen beteiligen.
Das Projekt „ZUSAGE − Jugendaktion globaler Solidarität“ (ZUSAGE setzt sich aus
den Begriffen „Zusammen“ und „Gerecht“ zusammen) fand zum dritten Mal im neuen
Format statt. Thematisch befasste sich die Aktion mit dem Thema
Klimagerechtigkeit mit dem Fokus auf loss and damage. Das Projekt wird gemeinsam
mit MISEREOR durchgeführt. Kern der Aktion ist die ZUSAGE-Sommerakademie in
Berlin. Die Teilnehmer*innen konnten sich mit verschiedenen Politiker*innen und
Akteuren aus der Zivilgesellschaft austauschen und ihre Forderungen einbringen.
Die Website www.zusage.global wurde weiterentwickelt und ausgebaut.
Die Sommerakademie ist ein sehr gelungenes Format. Die Teilnehmer*innen waren
sehr divers zusammengesetzt und konnten die Positionen des BDKJ im Austausch mit
Politiker*innen in den politischen Diskurs einbringen.
In diesem Jahr findet die Sommerakademie vom 08. bis 11. September zum Thema
„Zivilgesellschaft stärken − gegen Rechtspopulismus weltweit“ statt. Anstatt wie
gewohnt im Juni wurde aufgrund der verschiedenen Großveranstaltungen der
September gewählt. Wir freuen uns, wenn ihr dieses Projekt in euren Strukturen
weiter bekanntmacht und an der ZUSAGE-Sommerakademie teilnehmt.
Das Referat Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Internationale Gerechtigkeit
begleitet den Weltjugendtag, da der BDKJ stets ein Angebot mit Blick auf die
Herstellung von Gerechtigkeit für den Globalen Süden macht. Der letzte
Weltjugendtag fand vom 1. bis 6. August 2023 in Lissabon statt. Zur Vorbereitung
gab es eine strukturierte Zusammenarbeit mit der afj. Im Rahmen des
Weltjugendtages veranstaltete der BDKJ am 2. August 2023 ein Youth Hearing zum
Thema Klimagerechtigkeit und Kolonialismus. Viele Teilnehmer*innen mussten
aufgrund von Überfüllung des Raumes leider abgewiesen werden. Im Anschluss fand
gemeinsam mit der afj der jugendpastorale Empfang statt. Der BDKJ war Teil der
Pressekonferenzen der Deutschen Bischofskonferenz und konnte so mit seinen
Themen sichtbar sein.
Weiterhin führte der BDKJ eine Veranstaltung zum Synodalen Weg durch, die gut
besucht war. Außerdem engagierten wir uns bei einer Diskussion zu Homosexualität
in der katholischen Kirche. Wir nutzen den Weltjugendtag weiterhin
kirchenpolitisch und politisch. Gemeinsam mit den deutschen Bischöfen waren wir
beim Empfang der deutschen Botschafterin in Portugal zu Gast.
Das Hearing war ein voller Erfolg und das Podium mit der deutschen Botschafterin
Frau Dr. Monar, Bischof Meier, Volker Andres (DV Köln), Danilo Moreira und
Susanna Laux hochgradig besetzt. Der jugendpastorale Empfang war ein Dankschön
für die Leitungen aus den Verbänden und ein guter Rahmen. Die Präsenz beim
Weltjugendtag bewerten wir als wichtig, auch weil sehr viele
Jugendverbandler*innen vor Ort sind. Wir setzen uns für die Aufarbeitung der
Übergriffe gegen queerfreundliche Menschen, die homophoben Aussagen einiger
Bischöfe und Verantwortlichen sowie die Verweigerung von Kommunion ein.
Der nächste Weltjugendtag wird 2027 in Seoul stattfinden. Die Ergebnisse und
Auswertung dieses Jahres wurden gut dokumentiert, um entsprechende
Entscheidungen für den nächsten Weltjugendtag zu treffen. Welche Bedeutung die
Einladung des Papstes zum Heiligen Jahr nach Rom hat, ist noch unklar.
Im September 2023 hat der BDKJ-Hauptausschuss den Beschluss “Klimagerechtigkeit
in der Mobilitätswende” gefasst. Nach dem Beschlussversand an die zuständigen
Mitglieder des Bundestages sowie an das Bundesministerium für Digitales und
Verkehr (BMVD), erfolgten mehrere Einladungen zu Gesprächen. Diese haben
stattgefunden mit Staatssekretär Hartmut Höppner (BMVD), Mathias Stein (SPD),
Michael Donth (CDU) und dem Büro Bernd Riexinger (Die Linke).
Gregor bedankt sich herzlich beim DV Aachen und der KLJB für die gute
Zusammenarbeit im Rahmen der Antragserstellung. Die Resonanz auf den Beschluss
war sehr gut und zeigt, welche hohe Relevanz das Thema Mobilitätswende hat.
Der Beschluss wird weiter in der politischen Arbeit genutzt und in verschiedene
Netzwerke, wie die Klima Allianz Deutschland, getragen.
Der BDKJ ist neben MISEREOR, Brot für die Welt, der aej und dem
Kindermissionswerk ein Gesellschafter der GEPA. Stefan vertrat bis Januar 2024
den BDKJ in der Gesellschafterversammlung. Nun übernimmt Gregor diese
Vertretung, da so alle Gremien und Themen im Bereich Entwicklungspolitik und
Fairer Handel bei ihm liegen. Wolfgang wurde als Aufsichtsratsmitglied der GEPA
auf Vorschlag des BDKJ gewählt.
Die Zusammenarbeit mit der GEPA läuft stetig und konstruktiv. Die erfolgreiche
Neubesetzung des Aufsichtsrats ist positiv zu bewerten.
Wir werden uns weiterhin als Gesellschafter in der GEPA engagieren und
anlassbezogen konkret kooperieren.
Ein Treffen von MISEREOR und BDKJ hat am 29. Januar 2024 stattgefunden. Hier
wurden die gemeinsamen Projekte in der kommenden Zeit beraten. Gemeinsam mit
MISEREOR verantwortet der BDKJ das Projekt „ZUSAGE − Jugendaktion globaler
Solidarität“ sowie das Projekt „Denkfabrik FAIR“ und kooperiert an verschiedenen
Stellen in entwicklungspolitischen Fragestellungen. Zudem ist MISEREOR ein
starker Partner für die 72-Stunden-Aktion. Judith Böckle (KLJB und EPA) vertritt
den BDKJ im MISEREOR-Beirat.
Wir bewerten die Zusammenarbeit mit MISEREOR als gelungen und danken unseren
Partner*innen bei MISEREOR für die Kooperation. Zugleich nehmen wir
Veränderungen bei MISEREOR wahr, deren Auswirkungen für uns noch nicht ganz
deutlich sind. Wir sind besorgt, dass die gelingende thematische und finanzielle
Zusammenarbeit sich abschwächt und die Themen des Fairen Hendels und der
Klimagerechtigkeit in den Jugendverbänden darunter leiden.Nach vielen Jahren hat
im Sommer 2023 Thomas Antkowiak seine Tätigkeit als Geschäftsführer beendet. Ihm
gilt unser besonderer Dank.
Durch die gemeinsamen Projekte sollen die enge Zusammenarbeit weitergeführt und
die Projekte partnerschaftlich gestaltet werden. Wir wünschen der neuen
Geschäftsführerin Annette Ptassek einen guten Start und freuen uns auf die
Zusammenarbeit. Im Juli wird Pirmin Spiegel als Geschäftsführer von MISEREOR
sein Amt beenden und er wird abgelöst von Andreas Frick. Wir danken ihm für die
Zusammenarbeit und wünsche Andreas Frick einen erfolgreichen Start bei MISEREOR.
Der BDKJ ist Mitglied bei Fairtrade. Daher nimmt Lena Wallraff (Referentin für
Entwicklungspolitik, Nachhaltigkeit und Internationale Gerechtigkeit) jährlich
an der Mitgliederversammlung sowie an einer Klausurtagung teil. Darüber hinaus
finden regelmäßige Austausche mit den Jugendorganisationen innerhalb von
Fairtrade Deutschland statt. Im Aufsichtsrat vertreten Clemens Kienzler
(ehemaliger EPA-Vorsitzender) und Christina Arkenberg (DPSG) die Jugendverbände.
Weitere Mitglieder bei Fairtrade sind DPSG, KjG und KLJB. Wir trafen uns im
Dezember zum Gespräch mit dem Vorstand von Fairtrade Deutschland.
Die Zusammenarbeit mit Fairtrade läuft sehr gut. Durch die Zusammenarbeit im
Projekt Denkfabrik FAIR wurde der Austausch weiter gestärkt. Durch die Mitarbeit
des BDKJ in verschiedenen Kampagnen trägt der BDKJ dazu bei, den Fairen Handel
weiter in die Öffentlichkeit zu tragen.
Wir werden uns an verschiedenen Kampagnen beteiligen. Mit den Vertreter*innen im
Aufsichtsrat werden regelmäßige Austauschrunden stattfinden. Das Projekt
„Denkfabrik FAIR“ wird weiter gemeinsam durchgeführt.Dazu wird der BDKJ
Kandidat*innen für den Aufsichtsrat vorschlagen. Der EPA verantwortet das
Verfahren und schlägt uns Personen für die Wahl vor.
Ziel des Netzwerkes ist der innerkirchliche Austausch sowie die Stärkung des
Themas Klimagerechtigkeit. Das Ökumenische Netzwerk Klimagerechtigkeit (ÖNK) hat
im vergangenen Jahr weitere Mitglieder gewonnen. Im Februar 2024 ist eine
Kampagne zu Suffizienz gestartet. Seit Mitte 2023 läuft ein Zukunftsprozess zum
ÖNK. Um die Kräfte im ökumenischen Bereich weiter zu bündeln, wird das ÖNK mit
dem Ökumenischen Prozess Umkehr zum Leben fusionieren.
Das ÖNK ist ein wichtiger Akteur der innerkirchlichen Debatte und wird auch von
politischer Seite immer bekannter. Es werden sinnvolle Synergien zwischen
innerkirchlichen Akteuren hergestellt.
Das Thema Suffizienz wird das ÖNK bis zum Herbst 2024 beschäftigen. Dazu steht
die Fusion mit dem Ökumenischen Prozess Umkehr zum Leben im Fokus.
Herausfordernd wird sein das neue Netzwerk bekannt zu machen und keine
Mitglieder zu verlieren. Außerdem gilt zu prüfen, wer die Trägerschaft nach der
Fusion übernehmen kann.
Das neue Beteiligungsformat vom Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
(BMWK) wird durch den DBJR koordiniert. Der BDKJ sowie die KLJB und der rdp sind
intensiv beteiligt. Die Abstimmung unter den Jugendverbänden läuft gut und es
werden interessante Formate entwickelt. Kürzlich wurden AGs gegründet, um
stärker thematisch zusammenzuarbeiten. Der Austausch mit dem Ministerium beginnt
in den kommenden Monaten.
Nach anfänglicher herausfordernder Zusammenarbeit mit dem BMWK, da der Beginn
der Koordination verzögert wurde, zeigt sich nun Interesse des Ministeriums an
der Jugendbeteiligung. Zugleich ist zu merken, dass eine solche Beteiligung neu
für das Ministerium ist und sich entwickeln muss. Die Gespräche über die Zukunft
des Projekts gestalten sich herausfordernd. Bisher ist der Output durch die
geringe Projektlaufzeit gering.
Im Frühjahr finden Treffen auf Staatssekretärs- und Ministerebene statt. Dazu
nehmen die AGs ihre Arbeit auf. Ob das Projekt in der neuen Legislatur
fortgeführt werden kann, ist zurzeit unklar. Dies wäre für eine nachhaltige
Jugendbeteiligung aber unabdingbar.
Der BDKJ ist Mitglied der Klima-Allianz Deutschland (KAD) und nimmt regelmäßig
an Vernetzungsrunden teil. Auch die DPSG und die KLJB, mit der wir die
politische Vertretung gemeinsam gestalten, sind Mitglied. Die Klima-Allianz ist
ein wichtiges Netzwerk zum Informationsaustausch und für den Kontakt zu
Bundespolitiker*innen.
Die Zusammenarbeit mit der Klima-Allianz und der KLJB bewerten wir als sehr
positiv und konstruktiv. Die Mitgliedschaft ermöglicht einen guten Zugang zu
Politiker*innen und einen schnellen Informationsfluss.
Wir werden uns weiterhin in der Klima-Allianz engagieren und das eng abgestimmte
Vorgehen mit der KLJB fortführen. So ist eine kritische Begleitung der
Klimapolitik der Bundesregierung möglich.
Gregor und Sarah Schulte-Döinghaus (KLJB) trafen sich zum Gespräch mit
Weihbischof Rolf Lohmann, der für die Deutsche Bischofskonferenz die Fachgruppe
zu ökologischen Fragen leitet. Es wurde das gemeinsame Interesse des positiven
Framings der Klimagerechtigkeit durch die Kirche deutlich. Weihbischof Lohmann
zeigte sich offen für eine Jugendbeteiligung in der Fachgruppe der DBK und eine
stärkere Vernetzung in der Frage der Klimagerechtigkeit.