Veranstaltung: | Rechenschaftsbericht des BDKJ-Bundesvorstands 2024 |
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Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
Status: | Eingereicht |
Eingereicht: | 02.04.2024, 18:45 |
B II.7: Internationale Jugendarbeit
Text
Das Referat für Internationale Jugendarbeit verantwortet die strategische
Beratung des Bundesverbandes zu Fragestellungen im Themenbereich internationale
Jugendarbeit sowie internationale Zusammenarbeit und übernimmt die
Interessenvertretung des BDKJ in Gremien und Organisationen. Zudem liegt hier
eine Mitverantwortung für die Stärkung des internationalen Jugendaustausches in
katholischer Trägerschaft.Das Referat soll die Verbände bei ihren
internationalen Aktivitäten hinsichtlich Infos zu Förderung, Anbahnung,
Ausgestaltung und Abrechnung unterstützen und ist Sprachrohr der Verbände in
Kontakt mit den Jugendwerken sowie Koordinierungszentren für den
Jugendaustausch. Anfang November 2023 hat Marta Wyspiańska die Nachfolge von
Veronika Lange als Referentin für Internationale Jugendarbeit (Stellenumfang 50
Prozent angetreten. Zuständiger Sekretär ist Andreas Schmitz.Das Referat wird
durch KJP-Mittel finanziert.
Mit Entsetzen und Sprachlosigkeit mussten wir am 7. Oktober die Angriffe der
Hamas auf Israel sehen. Auch in Deutschland werden jüdische Einrichtungen wieder
angegriffen und Jüd*innen bedroht. Antisemitismus ist wieder für alle Menschen
offen sicht- und spürbar. In unserem Grundsatzprogramm bekennen wir uns klar zu
unserer antifaschistischen Haltung. Daraus ergeben sich auch Handlungsfelder im
Bereich der internationalen Jugendarbeit. Nach dem 7. Oktober 2023 hat Veronika
Kontakt zu den Verbänden, Gruppen und Initiativen gesucht, von den denen wir
wissen, dass sie enge Kontakte nach Israel pflegen und Unterstützung angeboten.
Darüber hinaus wendete sich ConAct − Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer
Jugendaustausch an uns und unsere Träger mit der Initiative „We are connected”.
Im Rahmen dessen wurden Gespräche mit Vertreter*innen der Jugendorganisationen
aus Israel organisiert. Die Initiative hat dazu ermutigt, die enge Verbundenheit
mit Menschen in Israel spürbar und sichtbar werden zu lassen. Zugleich werden
durch ConAct Angebote zum pädagogischen Umgang mit dem Angriff auf Israel in
Jugend- und Bildungsarbeit zur Verfügung gestellt.
Es ist uns wichtig, eine gute Unterstützung anbieten zu können. Wir freuen uns
und befürworten es ausdrücklich, dass über ConAct Informationen und
Bildungsangebote bereitgestellt werden. Wir möchten die Verbände ermutigen, ihre
Freundschaften mit israelischen Organisationen weiter zu pflegen und ggf.
auszubauen.
Wir stehen weiter zur Verfügung für alle, die Beratung brauchen. In unserer
Bildungsarbeit werden wir weiterhin für die Themen Antisemitismus und
Israelfeindlichkeit sensibilisieren.
Es sind bereits zwei Jahre seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine vergangen.
Kinder und Jugendliche gehören den Bevölkerungsgruppen an, die am meisten unter
dem Krieg zu leiden haben. Die Jugendorganisationen in der Ukraine berichten,
dass es immer noch keinen Raum für ihre normale Arbeit gibt, denn die
Kapazitäten werden für andere Prioritäten aufgewendet. Obwohl die ukrainischen
Organisationen sich zurzeit anderen Herausforderungen stellen müssen, versuchen
wir in Kontakt zu bleiben und signalisieren immer wieder eine Bereitschaft zur
Zusammenarbeit.
Darüber hinaus bleiben wir im Austausch mit der Stiftung Deutsch-Russischer
Jugendaustausch und informieren regelmäßig über die Fördermöglichkeiten für
Projekte.Ziel der Förderung der deutsch-russischen Projekte ist es, Kontakte zu
unabhängigen zivilgesellschaftlichen Organisationen aus Russland
aufrechtzuerhalten und eine Basis für den Jugendaustausch mit Russland in
Nachkriegszeiten vorzubereiten.
Wir finden es dramatisch, dass unsere Partner*innen in der Ukraine aufgrund der
aktuellen Situation ihre normale Arbeit nicht leisten können. Wir haben volles
Verständnis dafür, dass die Kooperation mit unseren Partner*innen in der Ukraine
zurzeit nicht im gewohnten Umfang stattfinden kann.
Sobald eine Normalisierung der Situation in der Ukraine erfolgt und unsere
Partner*innen wieder eine Bereitschaft zur Zusammenarbeit signalisieren, werden
wir gerne so gut wie möglich den Weideraufbau der verbandlichen Strukturen
unterstützen und darauf hinarbeiten, dass eine lebendige Ausgestaltung unserer
Partnerschaften wieder möglich ist.
Die AG Partner*innen war das ganze Jahr hindurch aktiv und hat eine
Arbeitsstrategie für die Förderung der internationalen Beteiligung an der 72-
Stunden-Aktion erarbeitet. Das Referat für Internationale Jugendarbeit bewirbt
eine internationale Beteiligung und berät Träger bzgl. inhaltlicher Gestaltung
und der Gewinnung von Fördermitteln. Fördermittel aus dem KJP International
können laufend beim Jugendhaus Düsseldorf beantragt werden. Darüber hinaus
wurden weitere Fördermittel für internationale Projekte bei Renovabis beantragt.
Die im Januar stattgefundene Online-Infoveranstaltung für alle Interessierten,
die bereits planen die 72-Stunden-Aktion international zu gestalten, sowie
Vertreter*innen der ausländischen Partnerorganisationen, war gut besucht und
fand Anklang bei Teilnehmer*innen. Im Februar 2024 sollte ein internationales
Vernetzungstreffen stattfinden, das katholischen Träger*innen die Möglichkeit
geben sollte, mit ihren Partner*innen an einem gemeinsamen Projekt zu arbeiten
und sich mit international Aktiven zu vernetzen. Leider musste dieses Treffen
wegen zu geringer Anmeldezahlen abgesagt werden.
Wir sehen die internationale 72-Stunden-Aktion als Chance, internationale
Partnerschaften insbesondere in Mittel- und Osteuropa im BDKJ zu stärken und
anzuregen. Wir bedauern, dass das geplante Wochenende nicht stattgefunden hat.
In weiteren Schritten wird um eine gute Vernetzung zwischen den einzelnen
registrierten Projektpartnern untereinander und dem BDKJ gesorgt. Als Ersatz für
das ausgefallene Wochenende konzeptionieren wir weitere Online-Vernetzungen.
Der Newsletter Internationale Jugendarbeit, der gemeinsam mit der JHD-
Förderabteilung herausgegeben wird, wurde seit der ersten Ausgabe im September
2022 deutlich ausgebaut, im Dezember 2023 haben wir mit dem Newsletter 100
Abonnenten erreicht.Der Newsletter ist eine Sammlung an nützlichen Infos und
Terminen rund um die Internationale Jugendarbeit. Er richtet sich sowohl an die
DVs als auch JVs sowie alle anderen katholischen Träger, die bereits in der
Internationalen Jugendarbeit aktiv sind oder aktiv werden möchten.
Die gestiegene Abonnent*innenzahl zeigt uns, dass das Interesse, sowie der
Bedarf nach Vernetzung der Aktiven im Bereich der Internationalen Jugendarbeit
in dieser Form gewünscht ist.
Als Zentralstelle für den KJP international sowie das Deutsch-Polnische
Jugendwerk (DPJW) organisiert die Förderabteilung des JHD zusammen mit dem BDKJ
jeweils eine jährliche Fachtagung, die dazu dient, einerseits bestehende Träger
über Neuerungen in den Förderkriterien zu informieren und andererseits neuen
oder potenziellen Trägern das Handwerkszeug für den Anfang mitzugeben.
Am 21.02.2024 fand die KJP-Fachtagung Internationale Jugendarbeit mit dem Thema:
„Reiserecht und die relevanten Punkte bei internationalen Begegnungen“ mit über
20 Teilnehmer*innen statt. Die Teilnehmer*innen haben einen ersten Einblick in
die Grundzüge des Reiserechts bekommen, konnten Informationen und
Hilfestellungen zur Finanzierung und Förderung internationaler Maßnahmen
erhalten, sowie ein kostenloses Online-Tool zur Evaluation von Internationalen
Jugendbegegnungen i-EVAL kennenlernen.
Die Fachtagungen sorgen für den interaktiven Austausch mit den Träger*innen. Wir
freuen uns, dass die Zusammenarbeit mit der JHD-Förderabteilung so gut läuft und
dass wir mit unseren Formaten sowohl die neuen als auch die erfahrenen
Antragsteller ansprechen.
Das connect.digital.international (cdi) Treffen, bietet online die Info- und
Austauschmöglichkeit für Akteur*innen der internationalen Jugendarbeit. Dabei
steht immer ein ausgewähltes Thema, das für die Internationale Jugendarbeit
relevant ist, im Vordergrund. Im Rahmen dieses Formates finden jährlich zwei
Treffen statt. Das Format wurde zu Beginn der Pandemie als eine Notlösung ins
Leben gerufen. Inzwischen hat es sich als niedrigschwelliges Angebot für IJA-
Interessierte gut etabliert.
Das cdi hat sich insgesamt gut bewährt. Wir freuen uns, dass sich die Träger
dort regelmäßig Informationen und Anregungen zur Internationalen Jugendarbeit
holen können und dieses Angebot gerne wahrnehmen.
Zurzeit wird ein Treffen zum Thema „Rechtsextremismus, Rassismus und
Antisemitismus in der IJA“ im April geplant, ein weiteres für Herbst 2024.
Darüber hinaus entwickelt das Referat zusammen mit der JHD-Förderabteilung ein
Angebot zur persönlichen Beratung der Träger.
Der Runde Tisch setzt sich aus Vertreter*innen von BDKJ, JHD und afj zusammen.
Er berät über die aktuelle KJP-Fördersituation durch den Bund im Bereich
katholischer internationaler Jugendarbeit und Maßnahmen zur Stärkung
internationaler Jugendarbeit in katholischer Trägerschaft.
Für die allgemeine Zusammenarbeit und die aktuellen Herausforderungen hat sich
der Runde Tisch Internationale Jugendarbeit mit der afj und dem Jugendhaus
Düsseldorf gut etabliert und ist ein wichtiges und wirksames Austauschgremium.
Wir werden in Zusammenarbeit mit dem Jugendhaus und der afj auch weiterhin
intensiv daran arbeiten, aktuelle Informationen zur Verfügung zu stellen und
Unterstützungsarbeit im Interesse der Träger zu leisten.
Der BDKJ, Renovabis und afj sind gemeinsam Träger des Förderprogramms Go East
für Jugendbegegnungen in und mit Ländern Ostmittel- und Osteuropas. Die
Beiratssitzung findet jährlich im 1. Quartal statt und ist ein wichtiges Forum
für den Austausch mit Renovabis. Auf der Beiratssitzung werden aktuelle Anträge
und Entwicklungen beraten.
Im September 2023 fand in München der 27. Internationale Kongress Renovabis
unter dem Motto „Freiheit, die ich meine…− Europa zwischen Aufbruch,
Ernüchterung und Bedrohung“ statt. Zum Auftakt des Kongresses beging die
Solidaritätsaktion Renovabis das Jubiläum ihres 30-jährigen Bestehens mit einer
besonderen Festveranstaltung, bei der Joachim Gauck, Bundespräsident a.D., eine
Festrede gehalten hat. Vom BDKJ nahmen Veronika und Lena an der Veranstaltung
teil.
Anfang Dezember 2023 fand das jährliche Partnerschaftstreffen von Renovabis
statt, das nun als Online-Format angeboten wird.
Für Herbst 2024 ist eine intergenerationelle Veranstaltung mit Vertreter*innen
der jüngeren und älteren Generation geplant. Ziel ist es, den
intergenerationellen Austausch zu stärken und der Formatmüdigkeit
entgegenzuwirken.
Die AG Internationale Jugendpolitik des DBJR ist ein Gremium mit Vertreter*innen
verschiedener Mitgliedsorganisationen innerhalb des DBJR, die in der
Internationalen Jugendarbeit aktiv sind. Häufige Themen sind die
Förderbedingungen für internationale Maßnahmen oder die öffentliche Sichtbarkeit
der Internationalen Jugendarbeit sowie derzeit die Zusammenarbeit mit dem
ukrainischen und israelischen Jugendring. In der aktuellen Wahlperiode von 2022-
2024 war Veronika für den BDKJ in die AG gewählt, mit ihrem Ausscheiden aus der
Referentinnentätigkeit beim BDKJ legte sie auch ihr Amt in der AG zu November
2023 nieder.
Der Austausch in der AG ist sehr wertvoll, um gemeinsam an Lösungen zu arbeiten
und die (verbandliche) internationale Jugendarbeit voranbringen zu können.
Die Mandatszeit der Arbeitsgruppe läuft im Mai 2024 aus. Für die Neubesetzung
der AG im Juni 2024 wird Marta kandidieren. Unabhängig von der Mitgliedschaft in
der AG besteht ein ständiger Austausch mit dem DBJR.
Im Jahr 2022 hat erstmals die internationale Jugendkonferenz des DBJR in
Zusammenarbeit mit der deutschen Delegation für den Europarat und mit Einladung
der Bundestagspräsidentin stattgefunden. Die Konferenz war ein eindrucksvolles
Erlebnis für die Teilnehmenden und für die politischen
Entscheidungsträger*innen. Nach diesem Erfolg konnte die Konferenz im Jahr 2023
erneut veranstaltet werden, unter dem Titel Youth SPACE Berlin 2023. Die
Konferenz fand vom 15. bis 17. November 2023 in Berlin statt. Vom BDKJ hat der
Referent für Europäische Jugendpolitik Jan teilgenommen.
Wir begrüßen die konkreten Forderungen und Handlungsempfehlungen bezüglich der
Lebensrealitäten junger Menschen, Umweltrechte, sowie jugendpolitischen
Strukturen in den Mitgliedsstaaten, die für die Abgeordneten der deutschen
Delegation in der Parlamentarischen Versammlung des Europarats formuliert
wurden.