| Veranstaltung: | BDKJ-Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Antragsteller*in: | DV Essen, DV Aachen, DV Münster, DV Paderborn, DV Köln (dort beschlossen am: 23.04.2026) |
| Status: | Zurückgezogen |
| Eingereicht: | 23.04.2026, 19:08 |
DA1: BDKJ zeigt sich solidarisch mit der Kinder- und Jugendhilfe
Antragstext
Die bekannt gewordenen Vorschläge für massive Kürzungen in der Kinder- und
Jugendhilfe sind ein alarmierendes Signal – für junge Menschen, für ihre Rechte,
für die Gegenwart und Zukunft unserer Gesellschaft.
Was aktuell hinter verschlossenen Türen diskutiert wird, betrifft ausgerechnet
diejenigen, die auf Unterstützung angewiesen sind: Kinder, Jugendliche und junge
Erwachsene, insbesondere in prekären Lebenslagen. Es geht um zentrale
Leistungen, die Teilhabe sichern, Chancen eröffnen und soziale Ungleichheit
abbauen sollen. Dass hier Einschnitte in Milliardenhöhe im Raum stehen, ist
nicht nur fachlich fragwürdig, sondern politisch höchst problematisch.
Besonders irritierend ist, wie diese Debatte geführt wird: ohne Transparenz,
ohne die Einbeziehung der Fachpraxis und ohne die Stimmen junger Menschen
selbst. Eine solche Politik an den Betroffenen vorbei schwächt Vertrauen in
demokratische Prozesse. Sie reiht sich ein in eine Entwicklung, in der
Beteiligung zunehmend unter Druck gerät und zentrale sozialpolitische
Entscheidungen zunehmend entkoppelt von den Lebensrealitäten junger Menschen
getroffen werden.
Aus Perspektive junger Menschen und ihrer Interessenvertretungen ist klar:
Wer bei der Kinder- und Jugendhilfe spart, spart an Gerechtigkeit und am
gesellschaftlichen Zusammenhalt. Gerade diejenigen jungen Menschen, die ohnehin
strukturelle Benachteiligungen erfahren – etwa aufgrund von Armut, Behinderung,
Flucht- oder Migrationsgeschichte, queerer Identität oder anderen
Diskriminierungserfahrungen – wären von Kürzungen besonders hart betroffen. Eine
solche Politik verschärft bestehende Ungleichheiten, statt ihnen
entgegenzuwirken.
Leistungen der Kinder- und Jugendhilfe sind keine freiwilligen Extras. Sie
sichern Rechte, fördern Selbstbestimmung und ermöglichen jungen Menschen, ihren
Platz in dieser Gesellschaft zu finden. Die vorgeschlagenen Kürzungen stellen
diese Grundprinzipien infrage – und damit auch den Anspruch auf eine
solidarische Gesellschaft, wie sie unserem Einsatz für Menschenwürde,
Solidarität und Gerechtigkeit entspricht.
Die Kürzungsvorschläge betreffen uns aktuell nicht als Organisation, aber
genauso Kinder und Jugendliche in den Strukturen der Jugendverbandsarbeit. Der
BDKJ fordert daher:
- Transparenz statt Hinterzimmerpolitik: Entscheidungen über die Zukunft
junger Menschen dürfen nicht im Verborgenen getroffen werden.
- Verbindliche Beteiligung junger Menschen und ihrer Vertretungen: Wer
betroffen ist, muss gehört und ernsthaft einbezogen werden.
Stärkung statt Kürzung: Kinder- und Jugendhilfe ist eine Investition in
Demokratie, Teilhabe und sozialen Zusammenhalt – kein Einsparposten.
Begründung
Das Thema kommt erst jetzt als Antrag, da das Thema erst in den letzten Tagen relevant wurde. Wir wollen das Statement des BV bekräftigen. Das Statement dient als Grundlage, wir werden noch einen Text formulieren.
