| Veranstaltung: | Rechenschaftsberichte zur Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 23.03.2026, 12:00 |
B II.6: Friedensethik und Soldat*innenfragen
Text
Das Referat wird von Stefan Dengel mit einem Stellenumfang von 100
Prozent
geführt. Als Verwaltungsfachkraft hat bis Januar Shirley
Korfmacher, ab Februar
Laura Jung die Arbeit des Referats unterstützt.
Die Finanzierung des Referats
ist über eine Zuwendung der katholischen
Militärseelsorge für die Arbeit mit
Soldat*innen und der
Militärseelsorge sichergestellt.
Das Referat unterstützt die Arbeit des Bundesverbandes in den Feldern
der
Friedensethik und Soldat*innenfragen.
Ebenso leistet das Referat die Geschäftsführung der aktion kaserne
und die
Durchführung ihrer Angebote. Die aktion kaserne ist eine
Initiative der
Jugendverbände im BDKJ für junge Soldat*innen und
berichtet der Bundeskonferenz
der Jugendverbände über ihre Arbeit.
Für die Arbeit im Berichtsjahr war vor allem die Debatte über eine
mögliche
Reaktivierung der Allgemeinen Wehrpflicht prägend. Nach
Thematisierung auf der
außerplanmäßigen Hauptversammlung und im
folgenden BDKJ-Hauptausschuss können
wir mit dem Beschluss
“Freiwilligkeit stärken − keine Rückkehr zur Wehrpflicht”
mit einer
aktuellen Positionierung die Debatte mitgestalten und die
Interessen
junger Menschen vertreten. Der Beschluss und das Angebot, über
den
Beschluss ins Gespräch zu kommen, wurde an Vertreter*innen der für
uns
relevanten Organisationen in Kirche und Politik versendet.
Schon seit dem Sommer 2025 haben wir unsere Position in den Dialog
einbringen
können: In das Gesetzgebungsverfahren mit Stellungnahmen,
aber auch in
zahlreiche Veranstaltungen, beispielsweise Jugend- und
Diözesanverbänden im
BDKJ, bei Veranstaltungen von Verbänden im DBJR,
bei der der evangelischen
Jugend und auf Akademieveranstaltungen.
In den Dialog bringen wir unsere Position insbesondere auch in
unseren
Vernetzungsstrukturen ein, beispielsweise im DBJR, beim ZdK, pax
christi, der
Gemeinschaft katholischer Soldaten, in friedens- und
sicherheitspolitischen
Fachorganisationen wie beispielsweise Justitia et
Pax, dem Institut für
Theologie und Frieden sowie der Bundesakademie für
Sicherheitspolitik. Unsere
Haltung ist in den jüngsten Positionierungen
von Justitia et Pax und dem ZdK
deutlich erkennbar. Auf dem kommenden
Katholik*innentag verantworten wir
gemeinsam mit der katholischen
Militärseelsorge ein großes Podium zum Thema:
“Gesellschaftsjahr:
freiwillig oder verpflichtend? Womit ist unserem Land und
jungen
Menschen mehr gedient ist?”
Wir sind der Ansicht, dass wir mit dem neuen Beschluss gut
aufgestellt sind und
diese auf vielen Wegen gut in den
gesellschaftlichen Diskurs einbringen konnten,
und werden dies auch im
kommenden Jahr im Interesse der jungen Menschen
weiterhin
tun.
Im kommenden Jahr wollen wir die Debatte insbesondere
weiterführen. Dazu werden
wir Veranstaltungen auf dem Katholik*innentag,
anderen Foren, aber auch
Politiker*innengespräche nutzen. Wir möchten
Euch ermuntern, in euren Verbänden
auch friedensethische Perspektiven in
den Blick zu nehmen oder Veranstaltungen
anzubieten und gerne auch die
Expertise der Bundesstelle dafür zu nutzen.
Die Deutsche Kommission Justitia et Pax (JuPax) versteht sich als
Forum der
katholischen Einrichtungen und Organisationen, die im Bereich
der
internationalen Verantwortung der Kirche in Deutschland tätig sind.
Zentrale
Themenfelder sind Menschenrechte, Entwicklung und Frieden.
Volker wurde durch
den Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz in
die Kommission bis zum 30.
September 2029 berufen. Stefan Dengel und
Raphael Marquart sind in der Ad hoc
Arbeitsgruppe “Wehrpflicht und
Dienste”, welche das Orientierungspapier
“Perspektiven einer
solidarischen, resilienten und verteidigungsfähigen
Gesellschaft”"
veröffentlich hat.
Es ist aus unserer Sicht wichtig und produktiv, dass wir in
der Kommission
vertreten sind. Denn hier werden Themen, die uns wichtig
sind, besprochen und in
die politische Kommunikation gebracht. Wir
können also nicht nur inhaltlich
profitieren, sondern zugleich wichtige
Kontakte pflegen.
Mit der „aktion aufschrei − stoppt den Waffenhandel“ bringen wir
unsere
Forderungen nach einem grundsätzlichen Waffenexportverbot, sowohl
im fachlichen
Austausch als auch in der Lobbyarbeit ein. In den letzten
Jahren sind
Waffenexporte auf Rekordniveau, nicht zuletzt wegen der
Lieferungen an die
Ukraine, angestiegen. Hier sind wir nach wie vor mit
öffentlichen Äußerungen
zurückhaltend, da die Lieferungen auf Art. 51
UN-Charta basieren.
Wir finden es weiterhin wichtig, die Forderungen der Kampagne
zu unterstützen.
Wir sind in Sorge, insbesondere mit Blick auf die
aktuelle Weltlage.
Wir stehen weiterhin hinter den grundlegenden Forderungen der
Kampagne und
werden diese konstruktiv und kritisch weiter begleiten. Wir
engagieren uns
weiter in der aktion aufschrei, weisen weiterhin auf die
Problematik der
Waffenexporte hin und fordern ein grundsätzliches
Waffenexportverbot
Die aktion kaserne ist eine Initiative der Jugendverbände im BDKJ für
junge
Soldat*innen. Der Sprecher der aktion kaserne ist Benedikt Kestner
(KjG).
Maßnahmen der aktion kaserne sind beispielsweise Seminare für
Vertrauenspersonen
und Seminare zur politischen Bildung für
Mannschaften. Mannschaften sind in der
Rangordnung der Bundeswehr auf
der niedrigsten Hierarchieebene und gerade junge
Menschen sind hier
vertreten und nutzen die Angebote über politische und Themen
aus ihrer
beruflichen Lebenswelt offen reden zu können. Weiterhin wurde in
diesem
Jahr das Friedenslicht aus Bethlehem gemeinsam mit der DPSG und PSG
an
die Militärseelsorge übergeben und zu Soldat*innen in
Auslandseinsätzen
gesendet.
Wir sehen die Seminare der aktion kaserne als wichtigen Part
der politischen
Bildung für junge Menschen in den Streitkräften. Neben
der Information zu Themen
auch um sie über Möglichkeiten zur
ehrenamtlichen Tätigkeit zu motivieren und
auch
weiterzubilden
Wir unterstützen weiterhin die Arbeit der aktion kaserne und ihr
Engagement für
junge Soldat*innen. Im Laufe der kommenden Monate wollen
wir die Arbeit der
aktion kaserne weiter in den Verband bringen und
Interesse an der gemeinsamen
Begleitung der aktion schaffen. Die aktion
kaserne freut sich über Anfragen für
gemeinsame Veranstaltungen mit und
bei den Verbänden im BDKJ. Wir weisen darauf
hin, dass die aktion
kaserne auf der Suche nach einer*m Nachfolger*in für den
aktuellen
Sprecher ist.
Mit dem Katholischen Militärbischofsamt (KMBA) und den
verschiedenen
Einrichtungen der katholischen Militärseelsorge gibt es eine
aktive
Zusammenarbeit sowohl auf der Leitungs- als auch auf der
Arbeitsebene.
Inhaltlich standen beim Jahresgespräch der Austausch zwischen
der
katholischen Militärseelsorge, dem BDKJ und der aktion kaserne,
insbesondere
zu Wehrdienst, kirchenpolitischen und friedensethischen
Themen im Fokus.
Gemeinsam mit dem KMBA verantworten wir auf dem kommenden
Katholik*innentag am
Samstagnachmittag zwei Veranstaltungen: Zum einen
ein großes Podium zum Thema:
“Gesellschaftsjahr: Freiwillig oder
verpflichtend? Womit ist unserem Land und
jungen Menschen mehr gedient?”
Unmittelbar davor wird es ein Worldcafé ähnlicher
Thematik namens:
“Gesellschaftsjahr − Wehrpflicht − Dienstpflicht" mit
einigen
Expert*innen geben. Ziel ist, dass sowohl zahlreiche junge Menschen
als
auch zentrale inhaltliche Punkte aus dem Worldcafé auch auf dem
großen
Podium präsent werden. Daher bitten wir Euch, die Veranstaltungen
in
Euren Reihen zu bewerben.
Die Zusammenarbeit mit den Institutionen der katholischen
Militärseelsorge ist
sehr wohlwollend und konstruktiv, von der
Überzeugung getragen, etwas für junge
Soldat*innen zu erreichen.
Gleichzeitig ist die Auseinandersetzung mit
friedensethischen
Fragestellungen und auch der gesellschaftspolitischen Frage
des
Wehrdienstes für die Militärseelsorge ebenso wichtig wie für den
BDKJ.
Die Zusammenarbeit mit der Gemeinschaft katholischer Soldaten erfolgt
auf
Leitungs- und Arbeitsebene insbesondere über die Kooperation im
Rahmen der
aktion kaserne. In diesem Zusammenhang bringt sich der
Geschäftsführer der
aktion Kaserne in den Sachausschüssen „Sicherheit
und Frieden“ und „Innere
Führung“ der Gemeinschaft katholischer Soldaten
ein. Darüber hinaus wird derzeit
geprüft, ob es im Kontext der kommenden
72-Stunden-Aktion die Möglichkeit einer
gemeinsamen Aktion gibt.
Auch der Austausch mit der katholischen Friedensbewegung pax christi
gestaltet
sich weiterhin konstruktiv. Aktuell arbeiten wir unter anderem
bei der
Erstellung der Arbeitshilfe zum Weltfriedenstag sowie im Bündnis
„aktion
aufschrei − stoppt den Waffenhandel“ zusammen.
Darüber hinaus bestehen auf Referatsebene Kontakte zum Amt des
Wehrbeauftragten
sowie zu verschiedenen Dienststellen der Bundeswehr.
Diese sind insbesondere für
die die Arbeit der aktion kaserne relevant,
beispielsweise unterstützen
Referent*innen aus diesen Institutionen auf
den Seminaren der aktion kaserne.
