| Veranstaltung: | Rechenschaftsberichte zur Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 23.03.2026, 12:00 |
B II.8: Internationale Jugendarbeit
Text
Das Referat für Internationale Jugendarbeit verantwortet die
strategische
Beratung des Bundesverbandes zu Fragestellungen im
Themenbereich internationale
Jugendarbeit sowie internationale
Zusammenarbeit und übernimmt die
Interessenvertretung des BDKJ in
Gremien und Organisationen. Zudem liegt im
Referat eine Mitverantwortung
für die Stärkung des internationalen
Jugendaustausches in katholischer
Trägerschaft. Das Referat soll die Verbände
bei ihren internationalen
Aktivitäten hinsichtlich Informationen zu Förderung,
Kooperationen,
Ausgestaltung und Abrechnung unterstützen und ist Sprachrohr
der
Verbände im Kontakt mit den Jugendwerken sowie Koordinierungszentren für
den
Jugendaustausch. Seit dem 15. Oktober 2024 hat Martina Weichelt
die
Elternzeitvertretung für Marta Wyspiańska als Referentin für
Internationale
Jugendarbeit (Stellenumfang 50 %) übernommen und wird die
Stelle über die
Vertretungszeit hinaus innehaben. Marta Wyspiańska wird
mit Ende ihrer
Elternzeit aus dem BDKJ ausscheiden, Martina Weichelt
wird dann aus der
Elternzeitvertretung in die feste Referatsstelle für
internationale Jugendarbeit
wechseln. Zuständige Verwaltungsfachkraft
ist Andreas Schmitz.
Nachdem das Referat durch eine Förderung von Renovabis bereits bei
der 72-
Stunden-Aktion 2024 Kontakte zu Verbänden in Mittel- und
Osteuropa geknüpft hat,
konnten diese erweitert werden um z.B. den
Kontakt zur katholischen slowakischen
Jugendorganisation ZKSM, Mitglied
im nationalen Jugendrat der Slowakei. Das
Referat ist hier auch in
Gesprächen im Hinblick auf eine Kooperation im Rahmen
der
72-Stunden-Aktion 2027.
Wir halten die Zusammenarbeit mit Ländern Mittel- und
Osteuropas in der
aktuellen Situation in Europa für äußerst wichtig und
freuen uns über alle
Jugendbegegnungen und Projekte, die mit jungen
Menschen organisiert werden.
Deshalb ist für uns der Aufbau von
Kontakten zu Jugendverbänden in Mittel- und
Osteuropa ein Schwerpunkt im
Referat.
Ziel ist es, durch den Kontaktaufbau im Referat zu Verbänden in
Mittel- und
Osteuropa die Verbände bei der Umsetzung von eigenen
Projekten zur Förderung von
Dialog und Verständigung zwischen jungen
Menschen in Deutschland und den Ländern
Ost- und Mitteleuropas zu
unterstützen. Dabei liegt der Fokus auf der
Durchführung einer
Fachkräftemaßnahme sowie der Unterstützung und Planung von
Projekten im
Rahmen der 72-Stunden-Aktion 2027.
Der Kriegszustand im Nahen Osten und die angespannte Situation in
Israel
beeinflussen den deutsch-israelischen Jugendaustausch seit
Februar 2026 massiv.
Wir stehen solidarisch an der Seite unserer
israelischen Partnerorganisationen
und sorgen uns um den wachsenden
Antisemitismus, dem wir entschieden
entgegentreten.
Wir verurteilen jegliche Form von Antisemitismus. Deshalb ist
es für uns auch
gerade in den aktuellen Zeiten enorm wichtig,
Bildungsangebote gegen
Antisemitismus und Rassismus zu unterstützen. Wir
sind sehr dankbar über
Verbände, die weiter Projekte mit israelischen
Jugendverbänden und -strukturen
durchführen und darüber, dass ConAct,
Koordinierungszentrum Deutsch-Israelischer
Jugendaustausch,
Informationen und Bildungsangebote bereitstellt.
Wir ermutigen alle Verbände, ihre Freundschaften mit israelischen
Organisationen
weiter zu pflegen und sich aktiv gegen Antisemitismus
einzusetzen. Das Referat
wird ab März 2026 an einer Fortbildungsreihe
von ConAct zur Bildungsarbeit gegen
Antisemitismus teilnehmen, um weiter
verlässlich die Kontaktarbeit zwischen
Trägern im deutsch-israelischen
Jugendaustausch zu unterstützen.
Der Newsletter Internationale Jugendarbeit, der gemeinsam mit
der
Förderabteilung der Bundeszentrale für katholische Jugendarbeit
seit
September 2022 herausgegeben wird, musste aufgrund der Vakanz bei
der
Sachbearbeitung Internationale Jugendarbeit in der Förderabteilung
der
Bundeszentrale zwischenzeitlich ruhen. Im 1. Quartal 2026 gab es
wieder
einen Newsletter, der nun auch wieder regelmäßig angeboten wird.
Der
Newsletter informiert über neueste Förderprogramme und -richtlinien
sowie
Termine zu Veranstaltungen und Fortbildungen rund um die
Internationale
Jugendarbeit und bietet die Möglichkeit, über geförderte
Projekte der Träger zu
berichten. Er richtet sich sowohl an die DVs als
auch JVs sowie alle anderen
katholischen Träger, die bereits in der
Internationalen Jugendarbeit aktiv sind
oder aktiv werden möchten.
In der Vergangenheit hat sich gezeigt, dass durch eine stetig
ansteigende
Abonnent*innenzahl das Interesse am Newsletter sehr groß ist
sowie der Bedarf
nach Information und Vernetzung der Aktiven im Bereich
der Internationalen
Jugendarbeit in dieser Form gewünscht
ist.
Seit 2024 gibt es zusammen mit der JHD-Förderabteilung ein
digitales
Beratungsangebot mit der Möglichkeit der Buchung eines
Beratungstermins
bei Förderfragen und/oder inhaltlichen Fragen über die Homepage
der
Internationalen Katholischen Jugendarbeit. Die Träger können so
einen
Online-Termin buchen, um sich über allgemeine Fördermöglichkeiten
oder
konkrete Fragen zu ihrem internationalen Projekt beraten zu lassen.
Auch
hier gab es aufgrund der Vakanz in der Förderabteilung Zeiträume, in
denen
insbesondere die gefragten Beratungen zu Förderfragen, nicht
angeboten werden
konnten.
Wir bedauern, dass das Beratungsangebot zwischenzeitlich nicht
wie geplant
stattfinden konnte und freuen uns deshalb umso mehr, dass
durch die Neubesetzung
der Sachbearbeitung Internationale Jugendarbeit
Anfang 2026 auch das
Beratungsangebot wieder verstärkt angeboten wird.
Es ist ein erfolgreiches
Konzept, um Träger individuell beraten zu
können und mehr Träger für
internationale Jugendarbeit zu begeistern und
sie in der Projektbeantragung zu
bestärken.
Das digitale Beratungsangebot soll als wichtiger Baustein
zur
Informationsvermittlung im Hinblick auf Antragsstellung
und
Projektdurchführung weiterlaufen.
Der BDKJ organisiert gemeinsam mit der Förderabteilung der
Bundeszentrale für
katholische Jugendarbeit, Zentralstelle für den KJP
International, eine
jährliche Fachtagung, die dazu dient, einerseits
bestehende Träger über
Neuerungen in den Förderkriterien zu informieren
und andererseits neuen und
interessierten Trägern das Handwerkszeug für
den Einstieg in die Internationale
Jugendarbeit mitzugeben. Zudem rundet
ein thematischer Workshop zur
Internationalen Jugendarbeit das Programm
ab. Die Tagung dient zudem der
Vernetzung.
Die für den 5. März 2026 geplante KJP-Fachtagung Internationale
Jugendarbeit
wird aufgrund zu geringer Anmeldezahlen auf den 23.
September 2026 verschoben.
Neben Workshops am Vormittag zur
KJP-Förderung und Ko-Finanzierung ist ein
Workshop zum Thema Umsetzung
von Schutzkonzepten für die internationale
Jugendarbeit am Nachmittag
geplant.
Die jährliche Fachtagung sorgt für einen gewinnbringenden und
interaktiven
Austausch mit den Trägern. Die Zusammenarbeit mit der
Förderabteilung läuft gut,
aufgrund der Vakanz auf der Stelle der
Sachbearbeitung Internationale
Jugendarbeit kam es jedoch zu
Verzögerungen bei der Bewerbung.
Die KJP-Fachtagung ist eine wichtige Veranstaltung zum Austausch
mit Trägern der
internationalen Jugendarbeit und soll deshalb weiterhin
einmal jährlich
angeboten werden.
Das digitale Info- und Austauschformat connect.digital.international
(cdi) für
Akteur*innen der internationalen Jugendarbeit findet zweimal
im Jahr statt.
Dabei wird beim ersten cdi immer ein thematischer
Schwerpunkt gesetzt, das
zweite Treffen widmet sich den
Förderprogrammen, Förderfragen und der
Antragstellung.
Das Format cdi hat sich insgesamt gut bewährt. Wir freuen
uns, dass die Träger
dort regelmäßig Informationen und Anregungen zur
Internationalen Jugendarbeit
bekommen und ihre Ideen, Erfahrungen und
Fragen einbringen können und dass das
Angebot insgesamt gut angenommen
wird.
In 2025 hat neben einem Treffen im April zum Thema Nachhaltigkeit
ein zweites
Treffen zum Thema Förderung am 1. September 2025
stattgefunden. Für 2026 sind
wieder zwei Treffen geplant: Am 20. April
zum Thema Programmplanung und am 7.
September zum Thema
72-Stunden-Aktion international.
Der Runde Tisch setzt sich aus Vertreter*innen des BDKJ, der afj und
der
Bundeszentrale für katholische Jugendarbeit zusammen. Er berät über
die aktuelle
KJP-Fördersituation im Bereich katholischer internationaler
Jugendarbeit sowie
Maßnahmen zur Stärkung internationaler Jugendarbeit
in katholischer
Trägerschaft. Der runde Tisch tagt drei bis vier Mal im
Jahr.
Der Runde Tisch Internationale Jugendarbeit mit der afj und
der Bundeszentrale
für katholische Jugendarbeit ist ein wichtiges
Austauschgremium, um sich über
aktuelle Herausforderungen in der
Internationalen Jugendarbeit sowie mögliche
Kooperationen
auszutauschen.
Der BDKJ wird in Zusammenarbeit mit der Bundeszentrale und der
afj auch
weiterhin intensiv daran arbeiten, aktuelle Informationen zur
Verfügung zu
stellen und Unterstützungsarbeit im Interesse der Träger zu
leisten.
Der BDKJ, Renovabis und die afj sind gemeinsam Träger des
Förderprogramms GoEast
für Jugendbegegnungen in und mit Ländern Mittel-
und Osteuropas. Die
Beiratssitzung findet jährlich im 1. Quartal statt
und ist ein wichtiges Forum
für den Austausch mit Renovabis. Auf der
Beiratssitzung werden aktuelle Anträge
und Entwicklungen beraten. Zur
Sichtbarmachung des Förderprogramms wurde am 09.
September 2025 ein
digitales Angebot zusammen mit der afj und Renovabis
organisiert, bei
dem die Förderrichtlinien vorgestellt und Projektträger von
ihren
Erfahrungen berichten konnten. In 2025 wurde das Go East-
Förderprogramm
sehr gut angenommen und die Fördersumme voll ausgeschöpft. Wir
freuen
uns über die Projekte, die stattgefunden haben und die wir mit
dem
Programm unterstützen konnten.
Die Kooperation mit Renovabis ist etabliert und
gewinnbringend. Wir danken für
die gute Zusammenarbeit.
Unser Ziel ist es, das Go East-Programm weiter stark zu bewerben
und die
Zusammenarbeit auch mit Blick auf die 72-Stunden-Aktion 2027 zu
intensivieren.
Wir wollen weitere Unterstützungsangebote anbieten, um
2026 und im Rahmen der
72-Stunden-Aktion Projekte mit Osteuropa
durchzuführen.
Die AG Internationale Jugendpolitik des DBJR ist ein Gremium mit
Vertreter*innen
verschiedener Mitgliedsorganisationen innerhalb des
DBJR, die in der
Internationalen Jugendarbeit aktiv sind. In der AG
werden Fragen der
internationalen Zusammenarbeit wie Förderbedingungen
und Visa-Herausforderungen
sowie aktuell die problematische Situation in
vielen der Jugendringstrukturen in
Europa gemeinsam diskutiert. Zudem
werden Sitzungen der Lenkungsgremien der
bilateralen Jugendwerke vor-
und nachbereitet. Der BDKJ ist weiterhin in der AG
mit Martina Weichelt
(seit Dezember 2024) vertreten.
Wir bewerten den Austausch und die Mitarbeit in der AG als
sehr wichtig, um
informiert zu sein, uns über aktuelle Entwicklungen
auszutauschen und um die
(verbandliche) internationale Jugendarbeit
voranbringen zu können.
Die Mandatszeit läuft noch bis Ende 2026. Über die AG hinaus
besteht enger
Austausch mit dem DBJR, der unser erster Ansprechpartner
bei Fragen der
Jugendpolitik bleibt.
Die Maximilian-Kolbe-Stiftung, die gemeinsam von der deutschen und
polnischen
Bischofskonferenz getragen wird, fördert kirchliche
Versöhnungsarbeit in Mittel-
und Osteuropa und engagiert sich für Opfer
von Unrecht und Gewalt. Das
Maximilian-Kolbe-Werk unterstützt seit 1973
Überlebende nationalsozialistischer
Konzentrationslager und Ghettos. Die
Arbeit basiert heute auf den drei Säulen
„Helfen − Begegnen − Erinnern“.
Jedes Jahr werden Workshops und Sommercamps zur
gewaltbelastenden
Vergangenheit in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau/Polen,
in
Spac/Albanien und in Sarajewo/Bosnien-Herzegowina durchgeführt. Für
BDKJ-
Vertreter*innen gibt es die Möglichkeit Plätze in den Workshops und
Camps
wahrzunehmen. Dies wird im BDKJ.intern ausgeschrieben. 2025 hat
Martina Weichelt
für den BDKJ an der Gedenkstättenfahrt nach
Auschwitz-Birkenau teilgenommen.
Neben der persönlichen
Auseinandersetzung mit dem Thema ist die Fortbildung sehr
wertvoll, um
mehr von den Perspektiven der anderen Teilnehmer*innen aus ganz
Europa
zum Thema zu lernen und sich zu vernetzen.
Traditionell wird eine*n Vertreter*in aus dem BDKJ-Vorstand in den
Stiftungsrat
der Stiftung und in die Mitgliederversammlung des Werks
berufen. Seit 2022
übernimmt Lena diese Aufgabe und nahm auch im Jahr
2025 an den entsprechenden
Sitzungen teil. Im November 2025 fanden die
Sitzungen des Stiftungsrats und der
Mitgliederversammlung in Auschwitz
statt und waren verbunden mit einem Besuch in
der Zelle im Hungerbunker,
in die Maximilian Kolbe sich für einen anderen
Häftling begab und wo er
schließlich ermordet wurde, sowie einer
Kranzniederlegung am Block 11
(Todesblock).
Wir bewerten die Arbeit des Werks und der Stiftung als sehr
wertvoll für die
internationale Jugendarbeit und unterstützen diese
weiterhin.
