| Veranstaltung: | Rechenschaftsberichte zur Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 23.03.2026, 12:00 |
B II.10: Jugendsozialarbeit
Text
Das Referat für Jugendsozialarbeit wird von Franziska von Deimling
mit einem
Stellenumfang von 100 Prozent besetzt. Das Referat wird durch
die
Bundesarbeitsgemeinschaft Katholische Jugendsozialarbeit (BAG KJS)
zu 90 Prozent
refinanziert. Die Finanzierung des Referates ist bis 2030
gebunden an die
Tätigkeit in den Themenfeldern „Berufliche Integration
für alle jungen Menschen
erreichen“ (40 Prozent) und „Teilhabe aller
jungen Menschen am
gesellschaftlichen Leben stärken” (50 Prozent).
Andreas Schmitz arbeitet als
Verwaltungsfachkraft im Referat.
Nach wie vor ist jeder fünfte Mensch unter achtzehn Jahren von Armut
bedroht. Es
ist uns daher ein Anliegen, das Thema Jugendarmut weiter im
Fokus zu halten.
Hierfür braucht es bei politischen Akteur*innen eine
Sensibilisierung dafür, was
Jugendarmut für Auswirkungen auf
demokratische und gesellschaftliche Teilhabe
hat.
Gemeinsam mit der Arbeitsstelle für Frauenseelsorge der
Deutschen
Bischofskonferenz (DBK) und der Katholischen Arbeitnehmer-
Bewegung
Deutschlands (KAB) wurde eine Veranstaltungsreihe unter dem Titel
„Armut
überwinden. Dimensionen weiblicher Benachteiligung“ begonnen.
In
digitalen Veranstaltungen werden verschiedene Aspekte von Mädchen-
und
Frauenarmut beleuchtet. Der Auftakt stand unter dem Motto „Wie Mobilität
die
soziale Teilhabe beeinflusst“ und fand in Kooperation mit dem
Katholischen
Deutschen Frauenbund (KDFB) statt. Der zweite Termin
widmete sich auf Grundlage
des Beschlusses der Bundesfrauenkonferenz von
2024 „Zeitgerechtigkeit − wir
fordern gerechte
Zeitgestaltungsmöglichkeiten!“ dem Thema Zeitarmut mit dem
Untertitel
„Warum Care-Arbeit politisch ist“. Es nahmen pro Veranstaltung ca.
30
Personen aus unterschiedlichen Kontexten teil.
Wir freuen uns, dass die digitale Reihe in Kooperation mit
den anderen Verbänden
stattfinden kann und gut angenommen wurde. Uns ist
wichtig, verschiedene Aspekte
von Armut zu beleuchten und insbesondere
auch den Blick auf die besonderen
Armutsfaktoren von Mädchen und Frauen
zu legen.
Am 15. April 2026 wird eine weitere digitale Veranstaltung der
Reihe unter dem
Titel „Warum Altersarmut kein Zufall ist. Ansätze zur
Gerechtigkeit“ stattfinden
und voraussichtlich den Abschluss bilden. Wir
werden uns aber auch darüber
hinaus in Zukunft weiter für die Bekämpfung
von Jugendarmut einsetzen und unsere
Forderungen an die Politik
herantragen. Die durch die Reihe gewonnenen Synergien
und Vernetzungen
sollen für die weitere Arbeit genutzt werden.
Im Berichtszeitraum wurde die Entwicklung der Grundsicherung für
Arbeitsuchende
hin zu einer Neuen Grundsicherung politisch intensiv
diskutiert und in Teilen
konkretisiert. Insbesondere junge Menschen im
Übergang von Schule in Ausbildung
und Beruf sind in besonderer Weise von
den Regelungen der Grundsicherung
betroffen. Wir haben die Debatten in
der Zusammenarbeit im Themenfeld der BAG
KJS fachlich begleitet sowie im
Kooperationsverbund Jugendsozialarbeit an
Positionierungen
mitgewirkt.
Die Diskussion um die Neue Grundsicherung zeigt, wie zentral
sozialstaatliche
Rahmenbedingungen für echte Teilhabechancen junger
Menschen sind. Wichtig ist,
dass die Weiterbildung von jungen Menschen
Vorzug vor einem Vermittlungsvorrang
in Arbeit erhält.
Jugendsozialarbeit braucht verlässliche,
vertrauensvolle
Rahmenbedingungen und keine zusätzlichen Hürden.
Wir werden den weiteren Gesetzgebungsprozess aufmerksam begleiten
und uns im
Rahmen unserer Netzwerke für eine gute Ausgestaltung
einsetzen.
Im Jahr 2026 findet der Josefstag wie in den Vorjahren bundesweit
als
dezentraler Aktionstag statt. Er steht unter dem Motto „Du gehörst
dazu!
Stärken, was Zuversicht schafft“. Deutschlandweit planen Einrichtungen
der
Jugendsozialarbeit wieder, Aktionen rund um den Tag des Heiligen
Josef am 19.
März 2026 durchzuführen und Akteur*innen aus Politik und
Kirche einzuladen. Der
bundeszentrale Aktionstag wird in Berlin in
Kooperation mit dem Katholischen
Büro stattfinden. Geplant ist ein
pastorales Angebot für Mitglieder des
Bundestags mit einem gemeinsamen
Frühstück und der Möglichkeit zum Austausch im
Anschluss.
Wir halten das Thema des Josefstages 2026 für gut gewählt, um
allen jungen
Menschen deutlich zu machen, dass sie Teil der Gesellschaft
sind. Der Josefstag
ist aus unserer Sicht weiterhin ein sehr gutes
Format, um als BDKJ für die
Interessen von jungen Menschen unsere Stimme
zu erheben und eine zentrale
Veranstaltung im Referat für
Jugendsozialarbeit.
Wir sind zuversichtlich, dass erneut viele Einrichtungen
und
Jugendverbandsgruppen den Josefstag gestalten werden. Wir freuen uns
über
die Kooperation mit dem Katholischen Büro und die Möglichkeit, den
Josefstag in
diesem Format durchzuführen.
Vom 13. bis 15. Mai 2025 fand der 18. Deutsche Kinder- und
Jugendhilfetag (DJHT)
in Leipzig unter dem Motto „Weil es ums Ganze
geht: Demokratie durch Teilhabe
verwirklichen!“ statt. Der DJHT ist das
größte Fachtreffen im Bereich der
Kinder- und Jugendhilfe in Europa und
vereint Fachkräfte, Akteur*innen aus
Politik, Wissenschaft und Praxis
sowie junge Menschen aus verschiedensten
Handlungsfeldern.
Wir waren vor Ort mit einem eigenen Stand vertreten. Dieser war im
Design der
Demokratieoffensive „Generation jetzt!“ gestaltet. Am Stand
gab es eine Fotobox,
Wegweiser zu Grundwerten der Jugendverbandsarbeit
und Informationen zur Arbeit
des BDKJ. Außerdem war die Bundeszentrale
für katholische Jugendarbeit in den
Stand eingebunden und präsentierte
insbesondere die Angebote von JHD│Bildung.
Die Standbetreuung wurde
durch Referent*innen der Bundesstelle und der
Bundeszentrale sowie durch
ehrenamtliche Helfer*innen durchgeführt.
Neben dem Stand wurden zudem zwei Workshops angeboten, einer zum
Thema Kinder-
und Jugendarmut und einer zum Thema Zeitgerechtigkeit,
letzterer musste aus
Krankheitsgründen entfallen. Der Workshop zu
Kinder- und Jugendarmut wurde
gemeinsam mit der BAG KJS durchgeführt.
Hierfür wurde ein Planspiel entwickelt,
das auf Probleme und
Herausforderungen mit Blick auf Armutsbetroffenheit,
Mobilität und
gesellschaftliche Teilhabe junger Menschen aufmerksam machen
sollte. Im
Anschluss erfolgte ein Input zu Kinder- und Jugendarmut
in
Deutschland.
Die Beteiligung des BDKJ am DJHT 2025 bildete einen großen
Mehrwert für die
Sichtbarkeit und die Vernetzungsmöglichkeiten des
Verbandes. Die Teilnahme mit
einem Stand ermöglichte zahlreiche
Gespräche und den direkten Austausch mit
Fachkräften, jungen Menschen
und anderen Akteur*innen der Kinder- und
Jugendhilfe. Durch die
Gestaltung im Design der Generation jetzt! konnte diese
nochmal beworben
und verankert werden. Es gab viel positives Feedback für
die
Standgestaltung und die ausgelegten Materialien, insbesondere
die
Postkarten.
Der angebotene Workshop wurde gut besucht und bot Raum für
differenzierte
Auseinandersetzungen mit dem Thema Kinder- und
Jugendarmut. Wir bedauern sehr,
dass der zweite Workshop wegen Krankheit
der Referentin ausfallen musste. Wir
danken insbesondere allen
ehrenamtlichen Helfer*innen am Stand, die eine
Durchführung in der Form
möglich gemacht haben und mit großem Einsatz die Tage
gestaltet
haben.
Der nächste DJHT wird voraussichtlich 2029 stattfinden, hierfür
werden wir zum
entsprechenden Zeitpunkt eine Standbeteiligung erneut
prüfen und ebenfalls
prüfen, wie viele Veranstaltungen neben der
Standbeteiligung möglich sind und
wie viel Personal dann eingesetzt
werden muss.
Der afa-Kooperationskreis fand im Berichtszeitraum erneut in Berlin
(2. bis 4.
Juni 2025) und Nürnberg (13. bis 14. November 2025) statt. Er
wurde genutzt, um
die Zusammenarbeit der Einrichtungen der
Jugendberufshilfe zu gestalten. Neben
BDKJ-nahen Einrichtungen gehören
auch Einrichtungen und Multiplikator*innen
anderer
Mitgliedsorganisationen der BAG KJS dem afa-Kooperationskreis an.
Zur
Vernetzung und zum Erfahrungsaustausch wurde in Berlin die Manege
gGmbH
Berlin der Salesianer Don Bosco besucht. Sie sind zukünftig auch Teil
des
afa-Kooperationskreises. In Nürnberg konnten erneut keine Gespräche
mit der
Bundesagentur für Arbeit stattfinden, da diese sich auf ihre
eigenen Formate
beschränkt. Zur Vernetzung und thematischen Vertiefung
wurde eine Einrichtung
des Kolping-Jugendwohnens besucht. Außerdem fand
ein Fachvortrag zur Entwicklung
des Sozialstaats statt.
Der afa-Kooperationskreis ist aus unserer Sicht eine gute
Möglichkeit, die
Träger der Jugendberufshilfe in einen direkten
Erfahrungsaustausch miteinander
und in einen Austausch mit Politik und
Administration zu bringen. Insbesondere
die Gespräche untereinander aber
auch der Austausch mit Gesprächspartner*innen
ist in Präsenz besser und
intensiver zu gestalten. Die inhaltliche
Weiterentwicklung des Formats
halten wir für sinnvoll, um so inhaltlich
Schwerpunktthemen zu setzen
und auf aktuelle Belange eingehen zu können. Wir
freuen uns, dass
regelmäßig neue Teilnehmer*innen zum afa-Kooperationskreis
dazukommen
und sich das Netzwerk erweitert.
Im Jahr 2026 sollen ebenfalls wieder zwei afa-Kooperationskreise
in Berlin und
voraussichtlich Nürnberg stattfinden. Die Treffen sollen
für den fachlichen
Erfahrungsaustausch und den fachpolitischen Austausch
mit der Politik genutzt
werden. Zudem soll ein Schwerpunktthema
bearbeitet werden.
Der BDKJ gestaltet als Mitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft
katholische
Jugendsozialarbeit (BAG KJS) diese aktiv mit. Lena wurde im
Berichtszeitraum zur
Vorsitzenden der BAG KJS gewählt und ist somit in
die Verantwortung eng
eingebunden.
Wir bewerten die Zusammenarbeit in der BAG KJS sehr positiv.
Durch den Vorsitz
in der BAG KJS haben wir Möglichkeiten, die Arbeit
mitzugestalten und unsere
Anliegen einzubringen. Außerdem können wir
durch die Doppelfunktion wichtige
Lobbykontakte herstellen. Wir freuen
uns, dass nach Stefans Ausscheiden und
einer kurzen Vakanz, das Amt der
Vorsitzenden wieder durch uns besetzt werden
konnte.
Im Berichtszeitraum konnten Impulse aus der Jugendsozialarbeit
in den BDKJ
transportiert werden, aber genauso Positionen des BDKJ in
die Jugendsozialarbeit
eingebracht werden. Die Zusammenarbeit der
Geschäftsstellen und der
Referent*innen im gesamten Bundesgebiet läuft
sehr gut und kollegial.
