| Veranstaltung: | Rechenschaftsberichte zur Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 23.03.2026, 12:00 |
B II.11: Kirchenpolitik
Text
Seit dem 1. Oktober 2025 ist Laurin Ernst Referent für Kirchenpolitik
und
theologische Grundsatzfragen mit Dienstsitz in Berlin im Rahmen
einer Stelle von
50 Prozent. Die theologische Vorstandsreferentin Svenja
Ueing arbeitet ebenfalls
in dem Referat mit. Sarah Grünberg-Lieu
arbeitet als Verwaltungsfachkraft im
Referat.
Der Synodale Weg der deutschen Katholik*innen befindet sich mit der
im
November2025 beschlossenen Einrichtung der Synodalkonferenz auf dem
Weg einer
Veränderung, die gleichzeitig auch das Ende von Synodalem
Ausschuss und
Synodalversammlung darstellt. Mit der letzten
Synodalversammlung vom 29. bis 31.
Januar 2026 findet diese auch im
offiziellen Forum statt und es begann die
Vorbereitung des neuen
Formates des Synodalen Weges in Form der
Synodalkonferenz.
Die Zusammenarbeit mit den jungen Synodalen, also den Zugehörigen der
„15 unter
30” vom BDKJ nominierten Teilnehmenden der Synodalversammlung
und weiteren
Verbündeten jungen Menschen des Synodalen Wegs,
beispielsweise aus dem Synodalen
Ausschuss oder in Beratendenfunktion,
fand insbesondere in Form der Vernetzung
untereinander statt, mit einem
durchgehenden Unterstützungsangebot sowie
Organisation von
vorbereitenden Zoomtreffen. So wurde den jungen Synodalen
eine
Vorübernachtung in Stuttgart vor der Synodalversammlung im
Januar
organisiert, die in Kombination mit der dadurch möglichen Teilnahme
am
„Synodalen Feuer” am Abend des 28. Januar 2026 sowie die der
gemeinsamen
Vorbereitungsrunde auf die Versammlung am Morgen des 29. Januar
versucht
hat, optimale Unterstützung und Vernetzung der jungen
Synodalen
untereinander, mit dem BDKJ und dem Synodalen Weg zu ermöglichen.
An dieser Stelle sprechen wir unseren größten Dank den jungen
Synodalen aus, die
sich über fünf Jahre hinweg auf dem Synodalen Weg mit
großer Leidenschaft für
eine gerechtere Kirche eingesetzt haben und
freuen uns über jede weitere
gemeinsame Zusammenarbeit in der
Synodalkonferenz.
Es wird wichtig sein, zu besprechen, wie wir uns am besten dafür
einsetzen
können, die Zusammenstellung der Synodalkonferenz
mitzugestalten. Die
gesicherten Mindestplätze für Menschen unter 30 sind
nicht, wie bei der
Synodalversammlung, über uns auszuschreiben.
Stattdessen wird es unsere Aufgabe
sein, auf anderen Wegen für die
Beteiligung junger Menschen an dieser Konferenz
zu arbeiten, noch bevor
diese gewählt worden ist und −wie angedacht − bereits im
November dieses
Jahres zum ersten Mal tagen soll.
Die 5. Sitzung des Synodalen Ausschusses am 21. und 22. November 2025
in Fulda
stand im Zeichen der Vorbereitung der künftigen
Synodalkonferenz. Auf der
Tagesordnung standen u. a. die Beratung und
Verabschiedung der Satzung für
dieses neue bundesweite synodale Gremium
sowie die Diskussion der Evaluations-
und Monitoring-Ergebnisse zur
bisherigen Umsetzung des Synodalen Weges. Nach der
Bestätigung des ZdK
steht noch die Bestätigung der DBK aus.
Wir begrüßen grundsätzlich, dass mit der Beschlussfassung zur
Synodalkonferenz
die Beteiligung von Lai*innen und synodale Strukturen
gestärkt werden.
Gleichzeitig mussten einige wichtige Fragen, etwa zur
wirksamen Beteiligung
junger Menschen und zur Mitentscheidung bei
Finanzfragen, offenbleiben.
Mit Blick auf die letzte Sitzung des Synodalen Weges und die
bevorstehende
Etablierung der Synodalkonferenz sind wir gespannt auf
deren konkrete
Arbeitsweise und Ergebnisse. Ziel ist es, dass die neue
Synodalkonferenz den
begonnenen Reformprozess fortführt und Weiterarbeit
an zentralen Themen
ermöglicht.
Die sechste und damit letzte Synodalversammlung fand vom 29. bis
31.Januar 2026
in Stuttgart statt. Inhaltlich kam ihr vordergründig ein
evaluierender Charakter
zu. Wir bezogen dort klar die Position, dass
seit ihrem Bestehen nicht genug
beschlossen und umgesetzt wurde, um die
nachhaltigen systemischen
Machtverhältnisse aufzuarbeiten, um den
Missbrauch von Macht wirksam
aufzuarbeiten und zukünftig zu unterbinden.
Dies richtet sich einerseits an den
Umgang mit und der Aufarbeitung des
Missbrauchsskandals und der klerikalen
Strukturen sowie der Sexualmoral
des Lehramtes, andererseits aber auch an die
damit zusammenhängenden
Strukturen patriarchaler Macht, die Frauen* aus Ämtern
ausschließen und
Queere Menschen weiterhin diskriminieren.
Die letzte Synodalversammlung stand aber auch im Lichte der
kommenden
Synodalkonferenz, dem fest einzurichtenden Gremium. Die Wahlordnung
des
Synodalkonferenz wurde dort diskutiert und durch viel Initiative
konnten
durchgesetzt werden, dass eine Mindestanzahl von fünf Menschen unter
30
Jahren sowie 13 Frauen beschlossen wurde.
Im Vorfeld der Synodalversammlung haben wir erneut einen
Begegnungsabend
zwischen Synodalen und Interessierten, insbesondere
adressiert an
Jugendverbandler*innen, angeboten, um sich auszutauschen,
zu vernetzen und zu
bestärken.
Insgesamt ziehen wir mit Blick auf die Synodalversammlung,
ihre Ergebnisse sowie
den damit verbunden Abschluss eine Etappe des
Synodalen Weges ein gemischtes
Fazit. Die Beschlüsse der Versammlung
wurden von den Diözesen sehr
unterschiedlich umgesetzt und sind dabei
nicht transparent nachvollziehbar
gemacht worden. Das Gefühl einer
ernsthaften Rechenschaft seitens aller Diözesen
bleibt aus. Ebenso
wurden viele Dinge mit einer Weigerung Roms als nicht
umsetzbar
deklariert. Mit unserem Begegnungsangebot und dem gemeinsamen
Agieren
mit den jungen Synodalen sind wir zufrieden. Wir danken
allen
Unterstützer*innen und Engagierten für ihre Arbeit in den
vergangenen
Jahren.
Die Synodalversammlung wird noch 23 Mitglieder der
Synodalkonferenz wählen und
anschließend nicht mehr tagen. Wir werden
den Prozess der ersten Wahl begleiten.
Im Rahmen des Heiligen Jahres war Volker gemeinsam mit Kolleg*innen
der
Schweizer Jugendorganisationen beim Treffen der Synodalen Teams in
Rom. Die
Teilnahme ermöglichte den Austausch zu Synodalität über
Ländergrenzen hinweg und
eine internationale Vernetzung. In einem
eigenen Austauschformat mit
Kolleg*innen aus den USA und der Schweiz
konnten wir zudem junge Menschen
zusammenbringen, die sich weiter
vernetzen wollen.
Die Teilnahme am Treffen der Synodalen Teams war ein
gewinnbringender Austausch
und es konnten neue Kontakte geknüpft
werden.
Der weltkirchliche Synodale Prozess geht in Zukunft weiter und
gipfelt in einer
Kirchenversammlung 2028. Wir bringen uns weiterhin in
den unterschiedlichen
Ebenen ein und versuchen, dass auch dort
strukturell junge Menschen beteiligt
werden.
Vom 13. bis 17. Mai 2026 findet der 104. Katholik*innentag in
Würzburg statt.
Der BDKJ-Bundesverband wird gemeinsam mit einigen
Jugendverbänden mit dem „Dorf
der Jugend“ auf der Kirchenmeile vertreten
sein. Als BDKJ übernehmen wir die
Kommunikation mit dem ZdK und dem
Katholik*innentags-Büro. Neben der
Kirchenmeile veranstalten wir zwei
Podien („Wer hat das Wort? Wie Antifeminismus
Diskursräume verengt − Und
wie wir sie wieder öffnen“ sowie „Gesellschaftsjahr:
freiwillig oder
verpflichtend? Womit ist unserem Land und jungen Menschen
mehr
gedient?“) und organisieren weitere Veranstaltungsformate und sind
zu
weiteren Formaten als Gesprächspartner*innen eingeladen. Außerhalb
des
offiziellen Programms laden wir verschiedene Politiker*innen in das
„Dorf
der Jugend“ ein und werden eine Party für Jugendverbandler*innen
organisieren.
Mit dem bisherigen Planungsstand für den Katholik*innentag
sind wir zufrieden,
wenn auch noch einige Baustellen offen sind. Die
erhoffte Ressourcen-Ersparnis
durch eine gebündelte Anmeldung und
Kommunikation mit dem Katholik*innentagsbüro
hat sich durch komplizierte
Abstimmungsprozesse und bürokratische Erfordernisse
leider nicht
eingestellt, sondern einen Mehraufwand in der Bundesstelle
verursacht.
Dies gilt es für zukünftige Katholik*innentage zu bewerten.
Wir freuen uns auf den Katholik*innentag und die
unterschiedlichen Begegnungen
in Würzburg. Derzeit läuft die weitere
Planung unseres Standes auf der
Kirchenmeile und der eigenen
Programmpunkte.
Das Zentralkomitee der deutschen Katholik*innen (ZdK) ist der
Zusammenschluss
der katholischen Organisationen, der diözesanen Räte
sowie Einzelpersonen. Es
vertritt die Anliegen der organisierten
Gläubigen (kirchen)politisch. Für den
BDKJ ist der Bundesvorstand über
die AGKOD Mitglied im ZdK. Außerdem hat uns
Annkathrin Meyer (DPSG) als
fünfte Vertreterin des BDKJ im ZdK vertreten.
Im Berichtszeitraum fanden zwei Vollversammlungen statt. Der
langjährige Prozess
der Überarbeitung des Statuts konnte im vergangenen
Jahr abgeschlossen werden,
sodass nun hoffentlich mehr Freiräume für
inhaltliche Diskussionen geschaffen
werden konnte. Auf der
Herbstvollversammlung wurden das Präsidium und die
Gremien des ZdK
neugewählt. Volker wurde in den Hauptausschuss und die
Gemeinsame
Konferenz gewählt. Zudem wurden durch den Hauptausschuss Volker in
den
Sachbereich 1 Theologie und Kirche und Lena in den Sachbereich 2 Politik
und
Gesellschaft gewählt. Neben den Sachbereichen gibt es Ad hoc
Arbeitsgruppen zu
einzelnen Fragestellungen, in denen wir uns nach
Bedarf als Bundesvorstand oder
durch die Referent*innen der Bundesstelle
einbringen. Thematisch hat das ZdK
u.a. Positionierungen zur
BDKJ-Aufarbeitungsstudie, dem EU-Lieferkettengesetz,
zur
Wehrpflichtdebatte und zum Sozialstaat verabschiedet. Die Satzung
der
Synodalkonferenz wurde einstimmig durch das ZdK bestätigt. Als BDKJ
konnten
wir unsere Positionen und Haltungen in die unterschiedlichen
Beratungsprozesse
einbringen, wenn wir auch nicht für alle Punkte eine
Mehrheit finden konnten.
Das ZdK bleibt ein wichtiger Ort für die politische und
kirchenpolitische
Interessenvertretung, weshalb wir froh sind, dass wir
auch weiterhin Im
Hauptausschuss und einzelnen Sachbereichen des ZdK
vertreten sind. Hierdurch
können wir unsere jugend- und
verbandsspezifischen Perspektiven frühzeitig in
die Prozesse einbringen.
Zeitgleich ist es weiterhin eine dauernde Aufgabe für
die demokratischen
Prinzipien innerhalb des ZdK einzutreten. Wir danken
Annkathrin Meyer,
dass sie uns in den letzten Jahren mit im ZdK vertreten
hat.
Mit der Neuwahl zentraler Ämter und der anstehenden
Schwerpunktsetzung in den
einzelnen Gremien stehen wichtige Schritte
bevor. Für uns ist es weiterhin ein
wichtiges Anliegen, die
jugendverbandlichen Perspektiven sichtbar einzubringen
und das ZdK als
starke Stimme für Demokratie und eine zukunftsfähige
Kirche
mitzugestalten. Als Bundesvorstand nehmen wir zukünftig wieder
alle
Stimmen im ZdK selbst wahr.
Die Arbeitsgemeinschaft Katholischer Organisationen (AGKOD) ist
der
Zusammenschluss von katholischen Verbänden, Organisationen und
Geistlichen
Gemeinschaften. Volker vertritt den BDKJ im Vorstand der
AGKOD. Die Arbeit im
AGKOD-Vorstand war geprägt von den Beratungen über
die Themen in den Sitzungen
des ZdK, insbesondere zur Satzungsreform,
zur Weiterentwicklung der
Synodalkonferenz und die Wahlen in den Gremien
des ZdK. Zudem haben wir uns
intensiv mit der Finanzierung der Verbände
auf Bundesebene befasst sowie einer
Weiterentwicklung der Strukturen der
AGKOD.
Die AGKOD bleibt ein wichtiger Austausch- und Abstimmungsort
der katholischen
Verbände auf Bundesebene. Durch die Zusammenarbeit der
Verbände können einzelne
Themen stärker gesetzt und vertreten
werden.
Die Finanzierung der Verbände wird sicherlich weiterhin viel Raum
einnehmen.
Zudem stehen in diesem Jahr Wahlen für den AGKOD-Vorstand an,
wodurch sich die
Zusammensetzung und ggf. auch Arbeitsweisen verändern
wird.
Die jährlich DACHS-Vernetzung zwischen den deutschsprachigen
Jugendverbänden und
- organisationen aus Deutschland, Österreich,
Schweiz und Südtirol fand vom 29.
August bis zum 30. August 2025 in
Bozen, Südtirol statt. In diesem Jahr haben
wir uns mit der
Gesellschaftlichen Rolle und Verantwortung der Jugendverbände
unter dem
Eindruck einer zunehmenden Polarisierung auseinandergesetzt. Für
den
BDKJ haben Nadine Maier (DV Rottenburg-Stuttgart), Lena und
Volker
teilgenommen.
Das nächste DACHS-Treffen findet vom 21. bis 23.August 2026 in Berlin
statt und
wird durch uns vorbereitet. Es wird sich dem
Thema
Gleichstellung/Gleichberechtigung widmen und soll
theologisch-spirituell,
gesellschaftspolitisch und stadthistorisch
aufgearbeitet werden. Zusätzlich
dient das Treffen der weiteren
Vernetzung der jeweiligen Verbände und zur
Reflektion der Zusammenarbeit
dienen.
Das DACHS-Treffen ist ein wertvoller Austausch mit den
deutschsprachigen
Partner*innen auch über die jährlichen Präsenztreffen
hinaus.
Wir freuen uns, dass wir in diesem Jahr die Kolleg*innen in
Berlin begrüßen
dürfen. An einer Teilnahme Interessierte können sich bei
Volker melden.
Die Gemeinsame Konferenz ist ein gemeinsames Gremium von der
Deutschen
Bischofskonferenz (DBK) und dem Zentralkomitee der deutschen
Katholiken (ZdK).
Volker wurde im November durch die ZdK-Vollversammlung
in die Gemeinsame
Konferenz gewählt. Bis zur Berichtslegung hat noch
keine Sitzung stattgefunden.
Perspektivisch sollen die Aufgaben der
Gemeinsamen Konferenz von der
Synodalkonferenz übernommen werden.
Die Gemeinsame Konferenz ist ein wichtiges Gremium der
Vernetzung und
kirchenpolitischen Interessenvertretung. Es bleibt
abzuwarten, wie die
Ausgestaltung und Zuordnung von Synodalkonferenz und
Gemeinsamer Konferenz in
der Praxis ausgestaltet wird.
Wir bringen uns weiter in die Gemeinsame Konferenz ein, bis es zu
einer
Aufgabenübernahme durch die Synodalkonferenz kommt.
Der Kontakt mit der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) und dem Verband
der
Diözesen Deutschlands (VDD) erfolgte im Berichtszeitraum sowohl in
formellen
Gesprächen als auch in zahlreichen informellen Begegnungen,
insbesondere im
Rahmen des Synodalen Ausschusses und der
Synodalversammlung. In Gesprächen mit
dem Sekretariat der
Bischofskonferenz standen vor allem die Förderung der
Jugendverbände
insbesondere im Hinblick auf die Aufarbeitung sexualisierter
Gewalt
sowie die Unterstützung zur 72-Stunden-Aktion im Fokus. Für
beide
Bereiche wurden finanzielle Mittel zugesagt, wenn auch in einem
geringeren
Umfang als erhofft. Dem neuen Vorsitzenden der DBK haben wir
in einem Brief zur
Wahl gratuliert und ihn zu einem Gespräch
eingeladen.
Wir nehmen eine grundsätzliche Gesprächsbereitschaft und
Unterstützung vieler
unserer Anliegen wahr. Gleichzeitig bleibt die
finanzielle Unterstützung hinter
dem notwendigen Bedarf zurück.
Insbesondere der Entscheidungsprozess zur
Förderung der
Aufarbeitungsstudie hat sich lange hingezogen. Der Austausch
ist
insgesamt konstruktiv, verlangt jedoch weiterhin Beharrlichkeit und
klare
Positionierungen unsererseits.
