| Veranstaltung: | Rechenschaftsberichte zur Hauptversammlung 2026 |
|---|---|
| Berichterstatter*in: | BDKJ-Bundesvorstand |
| Status: | Eingereicht |
| Angelegt: | 23.03.2026, 12:00 |
B II.12: Mädchen- und Frauenpolitik
Text
Das Referat für Jugendpolitik, Mädchen- und Frauenpolitik und
Diversität wird
von Joana Kulgemeyer mit einem Stellenumfang von 100
Prozent besetzt. Das
Referat wird durch KJP-Mittel finanziert. Dennis
Wartenberg arbeitet hier als
Verwaltungsfachkraft. Das Referat
unterstützt und berät den BDKJ-Bundesverband
auf Grundlage der
Bundesordnung sowie im Rahmen der aktuellen
Schwerpunktsetzungen und
Beschlüsse in Fragen der Jugendpolitik, Mädchen- und
Frauenpolitik und
Diversität im Umfang der hierfür jeweils anteilig zur
Verfügung
stehenden Ressourcen.
Im Berichtszeitraum lag der Fokus unserer mädchen- und
frauenpolitischen
Aktivitäten mit Blick auf die Bundespolitik auf der
Stärkung feministischer
Perspektiven zum Auftakt der Legislatur und der
Auseinandersetzung mit
Antifeminismus.
Mit Beginn der neuen Legislaturperiode richteten wir unseren Fokus
verstärkt
darauf, feministische Perspektiven politikfeldübergreifend in
unsere politische
Arbeit einzubringen. Dabei ging es insbesondere darum,
Fragen der
Geschlechtergerechtigkeit in unterschiedlichen politischen
Themenfeldern
mitzudenken und gezielt in Debatten und Positionierungen
einzubringen. Ziel ist,
bestehende feministische Analysen und
Perspektiven so aufzugreifen, dass sie für
verschiedene Politikbereiche
anschlussfähig werden und zu einer
geschlechtergerechten Betrachtung
gesellschaftlicher Herausforderungen
beitragen.
Ein Themenfeld, das wir in diesem Zusammenhang als besonders
relevant
identifiziert haben, ist der Bereich Gesundheit. Hier beobachten
wir
derzeit eine wachsende politische Aufmerksamkeit für
Fragen
geschlechtersensibler Gesundheitsversorgung sowie für
bestehende
Forschungslücken, etwa im Zusammenhang mit dem sogenannten Gender
Data
Gap. Diese Entwicklungen bieten aus unserer Sicht
wichtige
Anknüpfungspunkte, um feministische Perspektiven stärker
in
gesundheitspolitische Debatten einzubringen und auf
strukturelle
Ungleichheiten aufmerksam zu machen.
Anknüpfen können wir dabei auch an unsere bestehende Beschlusslage.
Insbesondere
der zu Beginn der Legislaturperiode verabschiedete
Beschluss der
Bundesfrauenkonferenz zur Stärkung der Rechte von Mädchen
und Frauen, der
gezielt Forderungen für die laufende Legislatur
formuliert, bildet eine gute
Grundlage für unsere politische Arbeit. Er
dient uns als inhaltlicher
Bezugspunkt für Gespräche mit politischen
Entscheidungsträger*innen und bietet
eine hilfreiche Orientierung, um
unsere Positionen in bundespolitische Debatten
einzubringen und aktiv
auf politische Akteurinnen zuzugehen.
Die Auseinandersetzung mit antifeministischen Entwicklungen
sowie das Einbringen
feministischer Perspektiven in politische Debatten
bleibt ein wichtiges
Aufgabenfeld unserer bundespolitischen Arbeit. Die
bisherigen Aktivitäten haben
gezeigt, dass es relevante
Anknüpfungspunkte gibt, um geschlechterpolitische
Themen stärker in
politische Diskurse einzubringen und entsprechende
Perspektiven sichtbar
zu machen.
Für die weitere Legislaturperiode ist es daher unser Anliegen,
diese Arbeit
weiter zu intensivieren, bestehende Kontakte zu politischen
Akteur*innen zu
nutzen und feministische Perspektiven noch gezielter in
unterschiedliche
Politikfelder einzubringen.
Die Debatte um eine mögliche Wiedereinführung bzw. Neugestaltung
des
Wehrdienstes hat im vergangenen Jahr auf allen Ebenen an Bedeutung
gewonnen.
Im Deutschen Frauenrat wurde im Juni beschlossen, dazu eine
gemeinsame
feministische Position zu entwickeln. Über die Vernetzung im
Frauenrat wurde
Daniela im Januar zu einem internen digitalen Podium zu
„Frauen in der
Wehrpflicht“ des Deutschen Frauenrats (DF) angefragt und
brachte die Perspektive
junger Frauen in die Diskussion sowie den Stand
der Beratung des BDKJ ein.
In der aktuellen sicherheits- und gesellschaftspolitischen
Debatte werden
feministische Perspektiven bislang nur begrenzt
berücksichtigt. Aus unserer
Sicht ist es daher wichtig, diese frühzeitig
einzubringen und die Diskussion
auch aus einer geschlechterpolitischen
Perspektive zu begleiten.
Um die Sprachfähigkeit zu geschlechtergerechten Perspektiven in
der Debatte zu
stärken, wird es auf der kommenden Bundesfrauenkonferenz
einen Studienteil mit
Prof. Dr. Kathrin Groh von der Universität der
Bundeswehr in München geben.
Daran anschließend ist für die zweite
Jahreshälfte ein gemeinsames digitales
Format mit dem Katholischen
Deutschen Frauenbund (KDFB) geplant, in dem
generationenübergreifenden
Perspektiven zur Rolle von Frauen im Wehrdienst im
Mittelpunkt
stehen.
Die AG Katholische Frauenverbände und -gruppen (AG Kath) ist der
Zusammenschluss
der katholischen Frauenverbände in Deutschland und hat
im Berichtszeitraum
fünfmal getagt. Schwerpunkt der Sitzungen waren die
Arbeit im Deutschen
Frauenrat und die Vorbereitung der
Mitgliederversammlung. Als wichtiges Ziel der
AG Kath sehen wir die
langfristige inhaltliche Ausrichtung der Anträge für die
Fachausschüsse
des Deutschen Frauenrats sowie die Vernetzung mit
weiteren
Kooperationspartnerinnen. Ein Schwerpunkt der Arbeit lag im
vergangenen
Jahr auf dem Selbstverständnis der AG Kath und der Frage, wie sie
sich
zukunftsfähig aufstellen kann. Kritisch zu betrachten ist aus
unserer
Sicht, dass das ZdK im Herbst letzten Jahres die Geschäftsführung der
AG
Kath abgegeben hat.
Aus der Arbeit der AG Kath haben sich weitere Kooperationen mit
verschiedenen
Frauenverbänden für gemeinsame frauenpolitische Vorhaben
ergeben. So gab es mit
dem KDFB zum Auftakt der Legislatur eine
Veranstaltung „Feministischer Blick auf
die neue Legislaturperiode“.
Zudem planen wir gemeinsam mit der Katholischen
Frauengemeinschaft
Deutschlands (kfd) − nach dem gelungenen Format in 2024 −
einen
generationsübergreifenden Frauen-Vernetzungsraum im Rahmen
des
Katholik*innentags.
Die Mitgliedschaft in der AG Kath stellt einen bedeutenden
Bestandteil der
mädchen- und frauenpolitischen Arbeit des BDKJ dar. Die
Kooperation innerhalb
der AG Kath trägt maßgeblich zur Vernetzung in
gesellschafts- und
kirchenpolitischen Themenfeldern bei und erweist sich
dabei als sehr wertvoll.
Ein großer Mehrwert liegt darin, dass die AG
einen Raum zur Zusammenarbeit in
gesellschaftspolitischen Belangen
darstellt, die in die Bundespolitik
hineinstrahlen und verschiedene
Politikfelder betreffen.
In den kommenden Monaten wird ein besonderer Schwerpunkt der
Arbeit in der AG
Kath auf der Vorbereitung der im Juni stattfindenden
Mitgliederversammlung des
Deutschen Frauenrats liegen. Dabei wird vor
allem die Weiterentwicklung der
thematischen Schwerpunkte des Deutschen
Frauenrats im Fokus stehen.
Die BAG Mädchen*politik ist eine bundesweite Arbeitsgemeinschaft und
das
zentrale Netzwerk, das die vielfältigen Perspektiven der
Mädchen*arbeit und
Mädchen*politik in Deutschland bündelt. Als
Zusammenschluss der
Landesarbeitsgemeinschaften, bundesweiter
Organisationen und Institutionen setzt
sie sich dafür ein, die
Lebenswelten von Mädchen* und jungen Frauen* sichtbar zu
machen. Zudem
bietet sie spannende Fachtagungen für haupt- und
ehrenamtliche
Fachkräfte an. Im Berichtszeitraum fanden verschiedene
Veranstaltungen
statt, an denen wir teilgenommen haben. Außerdem haben wir eine
Sitzung
des BDKJ-Bundesfrauenpräsidiums mit dem Vorstand der BAG
Mädchen*politik
initiiert, in der wir Schnittstellen zur Zusammenarbeit
identifiziert
und gemeinsam beraten haben, wie noch stärkere Synergien mit
den
Jugendverbänden erzielt werden können.
Die BAG Mädchen*politik ist ein wertvolles Gremium mit
zahlreichen Chancen und
Vernetzungsmöglichkeiten. Wir freuen uns, dass
wir den Kontakt in den letzten
Monaten intensivieren konnten. Besonders
erfreulich ist außerdem, dass die BAG
Mädchen*politik ab Frühjahr
erstmals eine hauptberufliche Stelle bekommen wird
und dort dann weitere
größere Kapazitäten für die mädchen*politische
Interessensvertretung zu
erwarten sind.
Wir wollen die Zusammenarbeit mit der BAG Mädchen*politik weiter
ausbauen. So
haben wir bereits Folgeformate zur gemeinsamen Abstimmung
für die kommenden
Monate vereinbart, um uns bezüglich der politischen
Interessensvertretung weiter
zu vernetzen und gemeinsame Aktivitäten zu
verfolgen. Hier wollen wir auch die
Jugendverbände im BDKJ einbinden,
die ebenfalls Mitglied in der BAG
Mädchen*politik sind und werden sie
diesbezüglich im zweiten Quartal
kontaktieren.
Der Deutsche Frauenrat (DF) ist als Dachverband von rund 60
bundesweit aktiven
Mitgliedsorganisationen mit ca. 10 Millionen Frauen
die größte frauenpolitische
Interessensvertretung in Deutschland. Der DF
konnte seine (politische)
Strahlkraft in der vergangenen Zeit ausweiten
und ist inzwischen ein zentraler
gleichstellungspolitischer Akteur in
der Bundespolitik.
Da der BDKJ mit der Bundesfrauenkonferenz über eine strukturell
verankertes,
mädchen- und frauenpolitisches Gremium verfügt, ist er Teil
der AG Kath und
darüber Mitglied im Deutschen Frauenrat. Neben der
Sozialistischen Jugend – Die
Falken ist der BDKJ der einzige Kinder- und
Jugendverband im DF. Gemeinsam
bringen wir die Perspektive von Mädchen
und jungen Frauen ein. Neben der
Vorsitzenden und ihren beiden
Stellvertreterinnen, die für vier Jahre gewählt
werden, gehören auch die
Leiterinnen der jeweiligen Fachausschüsse für die Dauer
ihrer Amtszeit
zum Vorstand. Im letzten Jahr wurde Heide Mertens für die AG Kath
in den
Vorstand des DF gewählt. Sie leitet den Fachausschuss
„Demografischer
Wandel − jetzt generationen- und geschlechtergerechte
Politik
einfordern“, den wir als AG Kath erfolgreich eingebracht haben.
Die
weiteren Schwerpunktthemen des Deutschen Frauenrats liegen derzeit in
den
Themenfeldern ‚Gesundheit‘ und ‚Antifeminismus/ Demokratie‘. Daniela
wurde in
den Fachausschuss zu Frauengesundheit berufen und Joana
Kulgemeyer
(Bundesstelle) in den Fachausschuss „Demokratie verteidigen,
Antifeminismus
konsequent entgegentreten“.
Die Arbeit im Deutschen Frauenrat sehen wir als
gewinnbringend und sehr wichtig.
Gerade mit Blick auf die Vertretung der
Interessen junger Frauen können wir
wichtige Perspektiven in den DF
einbringen, die ansonsten oft nicht direkt im
Blick sind; insbesondere
im Rahmen der Mitgliederversammlung und der Arbeit der
Fachausschüsse
ist dies im vergangenen Jahr gut gelungen. Die Berührungspunkte
mit den
engagierten Frauen aus den verschiedenen Verbänden hatten für uns
einen
großen Mehrwert, gerade auch in der Perspektive
eines
generationenübergreifenden Engagements. Wir schätzen den DF als
wichtigen
Knotenpunkt für unser mädchen- und frauenpolitisches
Engagement und als
Vernetzungsraum, um auch verbandsübergreifend
politische Anliegen mit
frauenpolitischen Kooperationspartner*innen
voranzubringen.
Die Anliegen der Bundesfrauenkonferenz werden wir in die
Mitgliederversammlung
des Deutschen Frauenrats im Juni hereintragen.
Dabei werden wir die Kontakte,
die wir im letzten Jahr − insbesondere
durch die Mitarbeit in den
Fachausschüssen − im DF intensivieren
konnten, nutzen, um uns für eine
generationengerechte Ausrichtung der
thematischen Schwerpunkte einzusetzen.
